Dfb-team zieht in basel tiefblau: das letzte adidas-auswärtstrikot ist da
Ende März trägt die deutsche Nationalmannschaft gegen die Schweiz ein Trikot, das sofort Geschichte schreibt – und zwar nicht wegen eines Sieges, sondern wegen seiner Farbe. Tiefblau, fast schwarz, erinnert das neue Auswärtstrikot an die alten Trainingspullis der 70er-Jahre, als Beckenbauer und Netzer noch selbst ihre Koffer packten.

Warum genau diese farbe jetzt auf den rasen kommt
Adidas und der DFB liefern beim letzten gemeinsamen Auftritt vor der WM 2026 eine Hommage an sich selbst. Die vertikalen Zackenstreifen sind kein dekoratives Beiwerk, sondern ein direktes Zitat aus dem Archiv des Sportschuhherstellers – früher prangten sie auf Kartons, heute auf 22 Brustmuskeln. Florian Wirtz findet das Design „ungewöhnlich – aber richtig gut“. Seine Euphorie ist kein PR-Satz, sondern ein Stimmungsbild: Die Mannschaft will endlich wieder auffallen, auch wenn es nur ums Outfit geht.
Das Debüt findet am 27. März im St. Jakob-Park statt, einem Stadion, in dem Deutschland zuletzt 2012 mit 1:5 unterging. Die blaue Rüstung soll die alte Blöße überdecken – ein psychologischer Nebeneffekt, den selbst die Designer nicht erfunden haben. Von da an tragen auch die U-Nationalmannschaften das Modell, ein Novum, das die DFB-Führung als „Identitätsstiftung“ verkauft. In Wahrheit sichert Adidas sich ab, bevor der Vertrag 2027 ausläuft und Nike die Klamottenlager übernimmt.
Die Logik ist simpel: Je mehr Trikots jetzt noch verkauft werden, desto weniger Lagerbestände fallen später auf den Konto-Posten „Restposten“. Deshalb der Launch im März, obwohl die WM erst im Sommer 2026 beginnt. Deshalb auch die bewusste Nostalgie, die nicht nur ältere Fans anspricht, sondern gerade jene Sneaker-Community, die nach Limited Editions jagt. Ob das tiefblaue Trikot ein Sammlerstück wird, hängt allerdings nicht vom Design ab, sondern von den Ergebnissen in den kommenden Monaten.
Für Wirtz und Co. bleibt das neue Kleidungsstück vor allem ein Arbeitsoutfit. „Ich freue mich sehr darauf, schon bald darin zu spielen“, sagt der Mittelfeldspieler – und meint damit nicht den ersten Fototermin, sondern den Moment, in dem er mit dem Ball am Fuß die Schweizer Abwehr in Verlegenheit bringt. Wenn das gelingt, wird niemand mehr über Farbe oder Zackenstreifen sprechen. Dann ist das Trikot einfach nur noch Siegerkleidung – und die Geschichte schreibt sich von selbst.
