Dfb-team tritt in basler nacht-blau auf: das letzte adidas-away-kit vor dem wechsel

27. März, St. Jakob-Park, Basel. Dort wird Florian Wirtz nicht nur um drei Punkte spielen, sondern auch um ein Stück Modegeschichte. Der 23-Jährige läuft im ersten offiziellen Spiel im neuen Auswärtstrikot der deutschen Nationalmannschaft auf – und es wird das letzte sein, das Adidas vor dem vertraglich fixierten Wechsel zu einem neuen Ausrüster nächstes Jahr liefert.

Die Farbe? Ein tiefes Nacht-Blau, das an die Trainings-Oberteile der 80er erinnert, als Lothar Matthäus noch sein eigenes Fitnessstudio im Koffer hatte. Darüber zieht sich ein Zickzack-Muster, das Adidas-Designer offenbar aus alten Schuhkartons abgekupfert haben – eine Hommage an die Zeit, als man sich die Sportschuhe noch per Katalog bestellt hat.

Warum das trikot schon vor der wm 2026 debütiert

Normalerweise hält der DFB neue Kits bis zur Endrunde zurück. Diesmal kommt die Premiere früh, weil die FIFA für April einen neuen Marketing-Zeitraum freigeschaltet hat: Wer seine Auswärtsfarbe bis Ende März präsentiert, darf sie schon im Sommer verkaufen. Ein kleines Schäuflein mit großer Wirkung – die ersten 50.000 Exemplare waren binnen 24 Stunden ausverkauft.

Das Design spielt mit einer optischen Täuschung: Die vertikalen Zacken laufen nicht gerade, sondern in einem 13-Grad-Winkel. Ergebnis: Selbst der gegnerische Kameramann muss zweimal hinschauen, ob Wirtz jetzt links oder rechts außen steht. „Das irritiert die Verteidiger“, sagt Adidas-Kreativdirektor Jürgen Rank und klingt dabei wie ein Schachspieler, der gerade seine Dame aufs Feld gestellt hat.

Was hinter der farbwahl steckt

Was hinter der farbwahl steckt

Blau ist keine deutsche Traditionsfarbe, das weiß selbst Hansi Flick. Doch genau darin liegt der Clou: Das DFB-Management will die Nationalelf aus der retro-weiß-roten Ecke holen und internationaler erscheinen lassen. Marktforscher nennen das „Global-Appeal-Strategie“. Im Klartext: Ein deutscher Fan kauft das Trikot trotzdem, aber eben auch der Tourist in New York oder Tokio.

Die U-Nationalmannschaften werden das Kit ebenfalls tragen – ein Schritt, der Talente früh an die spätere Optik gewöhnt. „Wenn du mit 17 schon in dem Blau aufläufst, fühlst du dich mit 23 nicht wie ein Gast im eigenen Wohnzimmer“, erklärt DFB-Nachwuchskoordinator Meikel Schönweitz.

Am 27. März in Basel wird also mehr passieren als nur ein Länderspiel. Es wird ein Stresstest für Nike, das ab 2027 die Klamotten liefert. Und es wird ein Sehstest für die Schweizer Abwehr. Denn wenn Wirtz in diesem Blau loszieht, wird die Farbe nicht mehr nur ungewöhnlich sein – sie wird Tore erzählen.