Dfb-präsident neuendorf: fußball steht für werte – und gegen hass!

New York – Bernd Neuendorf, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat auf einer hochrangigen Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York City eindringlich die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs betont. Angesichts wiederholter Vorfälle von Diskriminierung und Antisemitismus mahnte er eine klare Haltung ein und bekräftigte den Anspruch des DFB, ein Bollwerk gegen Ausgrenzung und Hass zu sein.

Vergangenheit als mahnung, zukunft als auftrag

Vergangenheit als mahnung, zukunft als auftrag

Neuendorf erinnerte bei dem Panel, zu dem auch der World Jewish Congress und die NGO „what matters“ eingeladen hatten, an die „teilweise beschämende“ Geschichte des DFB im Nationalsozialismus. „Der Verband und viele seiner Vertreter haben sich mit dem NS-Regime gemein gemacht“, sagte er. „Gerade wenn ich das Geschehen in Deutschland und weltweit betrachte, habe ich den Eindruck, dass die Erinnerung verblasst. Es gibt Kräfte, die das wünschen, deshalb müssen wir klar sagen: Nie wieder!“ Die Worte hallten im UN-Gebäude nach und unterstrichen die Dringlichkeit, aus der Vergangenheit zu lernen und aktiv gegen jegliche Form von Diskriminierung vorzugehen.

Doch Neuendorf sprach nicht nur von der Vergangenheit, sondern auch von der Verantwortung für die Gegenwart. „Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus widersprechen den Werten des Fußballs. Sie widersprechen den Regeln der Menschlichkeit“, erklärte er. „Und deshalb setzen wir ihnen etwas entgegen: Unseren Fußball. Und damit Fair Play, Respekt und Zusammenhalt.“ Der DFB stehe klar für Vielfalt und gegen jede Form der Ausgrenzung, ein Anspruch, der fest in der Satzung verankert sei.

Neben der politischen Dimension betonte Neuendorf auch die Bedeutung menschlichen Handelns im sportlichen Kontext. Sein Besuch in Mexiko im Rahmen der DFB-Stiftung Egidius Braun, bei dem er sich ein Bild von der Hilfsarbeit machte, diente ihm als Beispiel. „Der langjährige DFB-Präsident Braun hat vorgelebt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Menschlich zu sein, Menschlichkeit zu zeigen, Menschlichkeit zu leben.“ Ein Appell, der in der aktuellen Zeit, geprägt von zunehmender Polarisierung, besonders dringlich ist.

Die DFB-Stiftung Egidius Braun setzt sich seit Jahren für soziale Projekte und humanitäre Hilfe ein – ein Beweis dafür, dass Fußball mehr ist als nur 90 Minuten auf dem Platz.