Dfb-prämien: kimmich redet klartext – und verrät, was wirklich zählt
Vor dem WM-Start in den USA, Kanada und Mexiko hält der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die genauen Prämien für die Spieler unter Verschluss. Ein Thema, das bei der jüngsten Pressekonferenz zur Sprache kam und zu einem überraschend offenen Statement von Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich führte – ein Blick hinter die Kulissen der Verhandlungen und der Motivation im DFB-Team.
Die verhandlungsposition: ein ungleichgewicht
Kimmich ließ wenig Zweifel daran, dass die Verhandlungsposition der Spieler im Vergleich zu ihren Vereinen deutlich schlechter sei. „Generell ist es immer sehr schwierig für uns Spieler, das großartig zu verhandeln, weil wir ja keine Alternative haben“, erklärte er offen. Im Vereinsfußball stünden die Spieler bei Differenzen einer Alternative gegenüber, beim DFB sei die Lage anders: „Da würden wir nicht sagen: ‚Wenn es nicht passt, dann treten wir nicht an‘.“ Diese Erkenntnis wirft ein Schlaglicht auf die Machtverhältnisse innerhalb des DFB und die Abhängigkeit der Spieler von der Organisation.

Mehr als nur geld: die intrinsische motivation
Die Frage der Prämien war in den vergangenen Jahren transparenter, doch der DFB hält sich diesmal zurück. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig deutete an, dass bei einem möglichen WM-Titel mehr Geld fließen würde als in Katar, wo jeder Spieler 400.000 Euro erhalten hätte. Doch Kimmich betonte deutlich: „Wir spielen nicht für das Geld und die Prämien.“ Er verwies auf die intrinsische Motivation des Teams und die Bedeutung des Erfolgs: „Der Erfolg motiviert uns mehr als die Kohle.“ Diese Aussage unterstreicht die Leidenschaft und den Teamgeist, die im deutschen Fußball großgeschrieben werden.

Sponsoren, partner und ein neuer ausrüster
Kimmich spielte auch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an, die die Prämienverhandlungen beeinflussen. Er wies auf die wachsenden Einnahmen durch Sponsoren und Partner hin, darunter auch ein neuer, großer Partner im kommenden Jahr. Zudem stehe der Wechsel des Ausrüsters zu Nike bevor. „Wenn ich mich hier umdrehe (zeigt auf die Sponsorenwand), dann hat es dem DFB auch wieder besser“, so Kimmich.
Ein kompromiss im visier: leistungsbereitschaft vor finanziellen erwartungen
Kimmich und Rettig führten Gespräche mit dem Mannschaftsrat, bei denen eine „totale Leistungsbereitschaft“ der Mannschaft festgestellt wurde. Der Kompromiss: „Am Anfang geht die Prämie halt gegen null, dafür wollen wir hinten raus, wenn wir Weltmeister werden, aber auch einen Schnaps mehr.“ Diese Aussage zeugt von Pragmatismus und dem Willen, gemeinsam erfolgreich zu sein. Der DFB-Kapitän betonte, dass die Prämien ein „schöner Nebeneffekt“ seien, der bei guter Leistung zustehe, doch im Vordergrund stehe der Erfolg des Teams.
Die bevorstehende Weltmeisterschaft wird zeigen, ob der DFB und die Mannschaft ihre Ziele erreichen können. Eines ist jedoch klar: Die Spieler sind intrinsisch motiviert und bereit, alles zu geben – auch wenn die genauen Prämien weiterhin im Dunkeln bleiben.
