Deutschlands damen kicken nigeria weg – vor 10.000 fans schon wm-party
17 Uhr, Verti-Halle, Berlin: Die deutschen Basketballerinnen spielen heute ihr letztes Quali-Spiel – Nigeria ist nur noch Statist. Denn die WM-Tickets sind längst gebucht, und Emily Bessoir lacht schon jetzt wie ein Kind, das weiß, dass es morgen Geburtstag hat.
Heimspiel deluxe: berlin wird zum korb-mekka
Die 22-jährige Flügelspielerin trägt beim Aufwärmen ein Shirt mit der Aufschrift „Einmal Berlin, immer Berlin“. Kein Marketing-Gag, sondern ehrliche Vorfreude. „Eine Heim-WM bekommt man nicht zweimal geschenkt“, sagt sie, während ihre Mitspielerinnen hinter ihr schon die ersten Dreier versenken. Die Halle bebt – 10.000 Tickets weg, Restkarten zu 180 Euro auf dem Schwarzmarkt.
Der DBB hat die Choreo schon eingestudiert: Nach jedem Korb donnern „Wir sind Weltmeister“-Sprechchöre durch die Arena. Nigeria? Die Gäste wirken wie Gäste auf einer Party, zu der sie niemand eingeladen hat. Ihre Stars Nneka Ogwumike und Promise Amukamara fehlen – Verletzung, Urlaub, keine Lust. Die deutschen Mädels dagegen sind vollzählig, zehn WNBA-Erfahrungen sitzen auf der Bank.

Medaille oder knall: satelles ziel lautet podest
Die Basketball-Föderation hat den Zeitplan offengelegt: 200 extra Trainingsstunden bis Juni, ein High-Performance-Camp in Oberhof, dazu zwei Testserien gegen Kanada und Frankreich. Bundestrainer Lisa Thomaidis flüstert nur: „Wir wollen nicht nur dabei sein, wir wollen Gold-Stimmung.“ Die australische Olympia-Dritte gilt als Maß aller Dinge, doch die deutsche Defensive ist seit 14 Spielen ungeschlagen – Statistik, die selbst die US-Boys neidisch macht.
Die Uhr tickt. In 190 Tagen eröffnet Berlin die WM mit dem Eröffnungsspiel Deutschland gegen China. Die Stadt plant Fan-Zonen an Brandenburger Tor und auf dem Alexanderplatz, die ARD kauft sich freiwillig zusätzliche Übertragungsrechte. „Wir wollen, dass kleine Mädchen sich vorstellen, später einmal wie Satou Sabally zu sein“, sagt DBB-Präsident Ingo Weiss. Die Nachfrage nach Basketball-Camps ist bereits um 47 Prozent gestiegen – ein Vorgeschmack auf den Hype, der kommen wird.
Um 19:13 Uhr wird der Schlusspfiff fallen, die Halle wird singen, und Emily Bessoir wird das Trikot in die Menge schleudern. Dann heißt es: Ab in die Play-offs der Bundesliga, Beine eingepackt, Köpfe klar – denn wer im Sommer 2026 auf dem Berliner Podest steht, muss heute schon die Nerven aus Stahl zeigen. Die Favoritenrolle ist kein Geschenk, sondern eine Erwartungshaltung, die jetzt schon laut wird. Und sie wird lauter werden – bis die erste Kugel im Juni durch den Ring fällt.
