Deutschland vor wm: voeller schwärmt von woltemade und erinnert sich an oj simpson
Dallas – Rudi Völler, der Bundestrainer, hat vor dem Start der Weltmeisterschaft ein positives Bild der deutschen Nationalmannschaft gezeichnet. Trotz einer schwierigen Saison sieht er eine deutliche Entwicklung in der Mannschaft und äußerte sich überraschend über einen Vergleich mit dem jungen Woltemade.
Die schatten der vergangenheit und der blick nach vorn
Völler erinnerte sich bei einem Interview an seine eigene Zeit als Spieler und die WM 1994 in den USA. „Das war ein ganz anderes Turnier“, so der frühere Stürmerstar. „Es gab da eine merkwürdige Situation: Bei unserem Spiel gegen Bolivien waren alle Fernsehsender eigentlich mit dem Verfolgungsjagd nach OJ Simpson beschäftigt. Viele von uns kannten ihn damals eher als Schauspieler als als Footballspieler – ich glaube, er spielte in ‚Drei Männer und ein Baby‘.“ Die Zeiten ändern sich, und Völler konstatierte amüsiert: „Jetzt kennen die Amerikaner zumindest die Regeln des Fußballs.“

Neuer herausforderung und die stärke des teams
Völler betonte, dass die Weltmeisterschaft eine neue Herausforderung für alle darstellt. „Es wird ein hartes Turnier, und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Der zusätzliche Spielmodus, das Klima und die Reisezeiten erfordern Anpassungsfähigkeit.“ Deutschland wolle zwar so weit wie möglich vorankommen, aber auch als schwer besiegbares Team gelten. „Wir haben zwar das erste Qualifikationsspiel gegen die Slowakei verloren, haben aber danach neun Spiele in Folge gewonnen. Wir sind gut in das Turnier gestartet, und das ist wichtig. Wir wollen den Gruppensieg, obwohl die Gruppe kompliziert ist. Gegen Curacao müssen wir gewinnen, danach werden die Aufgaben schwieriger. Die Elfenbeinküste hat Frankreich geschlagen, und Ecuador wird ebenfalls eine Herausforderung sein.“

Die talente im fokus: wirtz, musiala und havertz
Besondere Aufmerksamkeit gilt den jungen Talenten im deutschen Team. „Wirtz und Musiala hatten unterschiedliche Gründe für eine nicht herausragende Saison, aber sie werden in der Nationalmannschaft wieder zu ihrem vollen Wert zurückfinden“, erklärte Völler. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Wirtz, der bei Liverpool spielte, sich an das athletischere Spiel gewöhnt hat und Musiala nach seiner schweren Verletzung wieder zu seiner Bestform zurückkehren wird. „Kai Havertz hingegen ist in einer wichtigen Phase seiner Karriere“, betonte Völler. „Ich kenne ihn schon lange, seit ich ihn mit zwölf Jahren nach Leverkusen geholt habe. Er ist ein wichtiger Faktor für den Teamgeist.“

Der woltemade-vergleich und die rückkehr von neuer
Der Vergleich mit Woltemade, der Völler äußerlich an seine eigene Jugend erinnert – „physisch, vom Gesicht und von den Haaren“, so der Bundestrainer – sorgte für ein Schmunzeln. Völler wies darauf hin, dass Woltemade im ersten Jahr bei Newcastle Schwierigkeiten hatte, diese aber langsam überwunden hat. Auch die Rückkehr von Manuel Neuer wurde positiv aufgenommen. „Obwohl er sich zurückgezogen hatte, war er immer mit Nagelsmann in Kontakt. Oliver Baumann hat immer gut in der Nationalmannschaft gespielt, aber die Erfahrung und Präsenz von Manuel sind für uns unersetzlich.“
Die deutsche Mannschaft steht vor einer spannenden Weltmeisterschaft, und Rudi Völler blickt optimistisch in die Zukunft. Die Herausforderungen sind groß, aber das Team ist bereit, alles zu geben.
