Güler und co. starten mit kanada-kracher – warum australien plötzlich zittert

Um 12.00 Uhr Ortszeit im BC Place von Vancouver trifft Australien auf die Türkei – und damit die erste echte Geheimwaffe dieser WM auf einen Rekord-Teilnehmer. Die Crescent-Stars kehren nach 24 Jahren auf die große Bühne zurück, haben nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Die Socceroos dagegen wissen: Erst seit 2006 haben sie jede Endrunde überstanden. Knackpunkt heute: Wer trägt die Last der Favoritenrolle?

Montella schickt die italienische kolonie in den kampf

Vincenzo Montella stellt seine Elf im 4-2-3-1 auf, und es ist eine Ansage. Hakan Çalhanoğlu dirigiert das Spiel, links dribbelt Kenan Yıldız, rechts flitzt Arda Güler, und vorne jagt Kerem Aktürkoğlu die Lücken. Drei Akteure mit italienischer Vita – allesamt jung genug, um die Körpersprache der Gegner abzulesen, alt genug, um nicht zu zögern.

Die türkische Bank ist tief, die Physis präsent. Celik und Kadioglu liefern Breite, Kokcu sichert die Räume. Die Marschrichtung ist klar: Ballbesitz mit Tempo, frühes Umschalten, keine Rückwärtsgewandtheit. Wer Popovic kennt, weiß, dass die Australier genau darauf lauern.

Australien setzt auf einen flexiblen fünferriegel

Australien setzt auf einen flexiblen fünferriegel

Tony Popovic wählt das 5-4-1, das in der Offensive zum 3-5-2 mutiert. Alessandro Circati, einst Serie-A-Hoffnungsträger, steht im Zentrum der Dreierkette. Links außen presst Jordan Bos, rechts schaltet Nathaniel Atkinson mit. Mohamed Toure hängt allein vorn, doch sobald der Ball verloren geht, verwandelt sich die Formation in einen engmaschigen Käfig.

Die Frage lautet: Hält das Mittelfeld mit Çalhanoğlus Schnittstellenpässen Schritt? Riley McGree und Aiden O'Neill müssen nicht nur laufen, sondern auch denken. Die Statistik spricht für die Türkei, die Geschichte für Australien: Keine Niederlage im zweiten WM-Spiel seit 1974.

Der schiri, der kein blatt vor den mund nimmt

Der schiri, der kein blatt vor den mund nimmt

Jesús Valenzuela pfeift aus Venezuela, und das ist kein Zufall. Der 40-Jährige ist bekannt für knallharte Entscheidungen und gelbe Karten, die pünktlich wie Schweizer Uhren kommen. Mit 4,2 Fouls pro Spiel im letzten Jahr liegt er im oberen Drittel der FIFA-Elite. Sollte er früh durchgreifen, könnte das Tempospiel der Türkei ins Stocken geraten – oder Australiens Fünferkette das Risiko erhöhen.

Die zahlen, die nerven

Zwei Duelle, zwei Siege – beide 2004, beide Freundschaftsspiele, beide in Deutschland. Damals gewann die Türkei 3:1 und 1:0. Doch das war vor 20 Jahren und ohne Güler, ohne Yıldız, ohne Montella. Australien dagegen ist seit 2006 ununterbrochen dabei, schaffte zweimal die K.o.-Runde und hat nur ein Ziel: Top-16 klar machen, bevor es gegen Paraguay und die USA ernst wird.

Wo und wann das feuerwerk beginnt

DAZN überträgt live, Anstoß 12.00 Uhr Ortszeit, 21.00 Uhr MESZ. Vancouver wird zur Arena, die Gruppe D zur Achterbahn. Die USA zerlegten Paraguay mit 4:0 – jetzt wollen Popovic und Montella nachlegen. Eines ist sicher: Am Ende des Tages steht eine Mannschaft mit drei Punkten da, die andere mit null. Und für die Türkei wäre das ein Statement, das bis Istanbul hallt.