Deutschland stolpert gegen ecuador: müller kritisiert fehlende reife
Vancouver – Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der WM 2026 ein überraschendes 1:2 gegen Ecuador kassiert. Leroy Sanés frühe Führung reichte nicht, um den dritten Sieg im dritten Gruppenspiel zu perfektionieren, obwohl der Einzug ins Achtelfinale bereits feststand. Doch die vermeintliche Entlastung durch die vorzeitige Gruppensicherung offenbarte Risse im deutschen Spiel, die nun vor den K.O.-Runden Anlass zur Besorgnis geben.

Müllers analyse: argentinische disziplin fehlt
MagentaTV-Experte und Weltmeister Thomas Müller ließ wenig Zweifel an seiner Einschätzung: „Man muss das schon klar einordnen. Es war ein Gruppenspiel, wir konnten an unserer Position in der Tabelle nichts mehr verändern. Das hat der Trainer richtig eingeschätzt.“ Doch Müller vermisste mehr als nur taktische Flexibilität. Er sah eine fundamentale Disziplin, die seiner Meinung nach in deutschen Spielen zu kurz kommt.
Der Ex-Bayern-Star verglich die Leistung der deutschen Mannschaft mit der argentinischen Nationalmannschaft und brachte seine Kritik auf den Punkt: „Wenn die Argentinier kein Tor wollen, dann bekommen sie auch keins. Da sagt dann keiner: ‚Wow, die haben die Sterne vom Himmel gespielt‘, aber die sind von der Mannschaft, den individuellen Spielern und den Profilen einfach so abgezockt, die können Spiele verwalten und das Tempo diktieren. Das fehlt mir manchmal bei unserem Team.“
Die Körperlichkeit als Schwäche: Müller betonte zudem, dass die deutsche Mannschaft in zwei Spielen gegen vermeintlich körperlich überlegene Gegner deutliche Defizite zeigte. „Das dürfen wir nicht vergessen. Bei uns war auch nicht alles Gold, was glänzt. Gerade, was die Körperlichkeit betrifft. Das war sehr auffällig. Dafür müssen wir Lösungen finden. Da kann man nicht einfach nur drauf losspielen.“
Die Niederlage gegen Ecuador mag im Gruppenspiel wenig Konsequenzen haben, doch die Erkenntnisse, die daraus gezogen werden müssen, könnten entscheidend für den weiteren Verlauf des Turniers sein. Es gilt, die vermeintliche Entschleunigung zu überwinden und die nötige Härte und Disziplin zu finden, um in den K.O.-Runden bestehen zu können. Die Fans dürfen nun hoffen, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann aus dieser Erfahrung die richtigen Schlüsse zieht. Denn vor den großen Aufgaben liegt noch viel Arbeit vor der Mannschaft.
