Deutschland startet wm-sprint gegen ägypten – 46 tage nach em-k.o.
Der Ball rollt wieder. 46 Tage nach der Demontage durch Dänemark steht die deutsche Handball-Nationalmannschaft heute in der Dortmunder Westfalenhalle erstmals wieder auf dem Parkett – und das gleich gegen den Afrikameister. Anwurf 18.15 Uhr, Gegner Ägypten, Sendung: Live-Ticker von Sport BILD. Die Mission: Verdauen, vergessen, vorwärts.
Der countdown läuft: 1005 tage bis zur heim-wm
Alfred Gislason hat die Truppe mit 18 Namen zusammengestellt, die zwischen 19 und 34 Jahren spannen. Fehlen werden Kapitän Johannes Golla und Rechtsaußen Timo Kastening – beide angeschlagen. Dafür darf Youngster Renars Uščins debütieren, der 1,98-Meter-Linksaußen aus Kiel, den Klubkollegen als „Überschall“ feiern. Sein erster Länderspiel-Einsatz wäre ein Statement: Gislasmus setzt auf Tempo statt Taktik-Korsett.
Die letzte Begegnung gegen Ägypten liegt vier Jahre zurück, damals 32:28 in Kairo. Doch die Pharaonen haben sich weiterentwickelt. Mit 14 Profis in europäischen Top-Ligen und dem 26-jährlichen Mittelblock Yehia El-Deraa (Magdeburg) bringen sie deutsche Club-Erfahrung mit. Das macht sie gefährlich, weil sie Gislasons Codes kennen.

Testspiel? für gislason ist jeder ball ein audit
Der Isländer betont seit Wochen: „Wir müssen unsere DNA finden.“ Gemeint ist die Mischung aus Abwehrverbund und Konterwucht, die 2007 und 2016 zu WM-Titeln führte. Die EM-Finalpleite war kein Einzelfehler, sondern ein System-Crash: 34 Gegentore, 9 technische Fehler, nur 62 Prozent Torwurfquote. Zahlen, die Gislason auf seiner Tablet-Notiz behält – und heute revidieren will.
Die Westfalenhalle wird mit 12.000 Zuschauern ausverkauft sein. Die Fans fordern nicht nur Sieg, sondern Antworten: Wer bildet das neue Rückraum-Duo? Kann Andreas Wolff seine Super-Form von Köln mitnehmen? Und vor allem: Welche Sieben trägt die Fahne, wenn in 1005 Tagen die WM-Show in Berlin, Köln und Hamburg steigt?
Die Antwort beginnt um 18.15 Uhr. Kein Freundschaftsspiel, sondern ein Frühjahrsgutachten. Wer heute patzt, fliegt im Sommer aus dem Kader. Gislason hat kein Blatt vor den Mund: „Wir bauen nicht mehr lange rum, wir sortieren.“
Ende der Tränenzeit. Deutschland gegen Ägypten – der erste Schritt zurück in die Spur. Die Uhr tickt. Die Liga läuft.
