Deutschland sprintet aufs podest: marburger, walter und kazmaier schlagen zurück
Silber, Silber, Bronze – das deutsche Langlauf-Trio hat bei den Paralympics 2026 in Tesero den Samstag zum nationalen Ausnahmetalent erklärt. Sebastian Marburger, Leonie Walter und Linn Kazmaier rissen die frühlingshafte Loipe mit roten Bändern ein. Und das, obwohl der Infekt an Marburgers Bronchien nagte und die Konkurrenz aus Belarus und Russland als haushohe Favoritin an den Start ging.
Marburger riskiert alles – und wird belohnt
Der 28-jährige Skiläufer vom SK Wunderthausen fuhr mit erhöhtem Puls und 38,2 °C Fieber ins Quarantänehotel, doch statt zu kuschen, schraubte er die Bindung fest und sprintete sich in 3:11,4 Minuten auf Platz zwei. Nur Raman Swirydsenka war 2,7 Sekunden schneller. „Ich hab die Lunge bis zum Anschlag aufgerissen und gedacht: Jetzt oder nie“, sagte Marburger nach dem Rennen. Die Entscheidung, ob er am Mittwoch über zehn Kilometer erneut in die Loipe steigt, lässt er offen: „Erst mal schlafen, dann testen.“

Walter und kazmaier sichern doppel-erfolg für sehbehinderte
Im Sprint der Sehbehinderten lieferten sich Leonie Walter und Linn Kazmaier ein internes Duell, das der Sportchef sich nicht besser wünschen konnte. Mit Guide Christian Krasman setzte sich Walter vor Bagijan durch, Kazmaier folgte nur eine Handbreit dahinter. 0,6 Sekunden trennten die beiden deutschen Athletinnen – eine Differenz, die im Zielraum nur die Photocell erkannte. Für Walter ist es Medaille Nummer sechs bei ihren dritten Spielen, für Kazmaier bereits die sechste bei ihrem ersten Auftritt. Das Duo hat sich in der Nacht zum Sonntag ein Versprechen gegeben: „Morgen jagen wir Skandinavierinnen, nicht einander.“
Marchand verpasst podest um 1,9 sekunden – und lacht trotzdem
Kathrin Marchand, zweimalige Olympiateilnehmerin im Rudern und erst seit drei Jahren auf Skiern, wurde Vierter – mit dem Charme einer, die schon alles gesehen hat. Nach ihrem Schlaganfall vor fünf Jahren hatte sie das rechte Bein teilweise gelähmt. „Ich bin hier, um zu zeigen, dass ein Schlaganfall kein Karriereende ist“, sagte sie und wischte sich Schneekristalle aus dem Bart. Vilde Nilsen aus Norwegen siegte, aber Marchand gewann die Herzen der Zuschauer. Andrea Eskau wurde in der sitzenden Klasse ebenfalls Vierte, Anja Wicker Sechste – beide hatten zuvor schon Edelmetall im Biathlon eingesackt.
Die bilanz nach drei tagen: deutschland mischt vorne mit
Elf Starts, fünf Medaillen – das deutsche Langlauf-Ensemble liefert Antworten auf die Frage, ob die Nachwuchsförderung der vergangenen Jahre funktioniert. Die Antwort lautet: Ja, und wie. Mit einem Altersschnitt von 24,8 Jahren ist das Team jünger als je zuvor. Der Deutsche Behindertensportbund meldet steigende Mitgliederzahlen, und die Quoten für die Liveübertragung im ZDF stiegen am Samstag um 37 %. Der Sport gewinnt neue Gesichter, und die stehen nicht mehr im Schatten der alten Helden. Das nächste Rennen ist morgen um 10:15 Uhr, und die deutschen Trainer haben bereits neue Wachsformeln im Gepäck. Die Konkurrenz hat gewarnt.
