Deutschland ringt nigeria nieder – wm-form tickt nach villeurbanne-sieg
81:73. Die Zahl klingt nach Routine, war aber alles andere. Die deutschen Basketballerinnen haben ihr WM-Generalprobe-Drama in Villeurbanne knapp, aber verdient überstanden – und schicken Nigeria mit vier Siegen aus fünf Spielen nach Hause.
Leonnie Fiebich war es, die den Korb zum 77:68 traf, 45 Sekunden vor Schluss. Die Halle atmete tief durch. Vorher hatte Nigeria zweimal kurz geführt, zweimal hatte Bundestrainer Olaf Lange seine Auszeit genommen. Beide Male kam Deutschland zurück, beide Male blieb die spürbare Unruhe.
Defense zuerst, körbe später
Lange hatte vor Spielbeginn bei MagentaSport gewarnt: „Athletisch wird das ein Kampf.“ Recht behielt er. Die Defense stand früh, ließ kaum Freiläufe zu, doch im Aufbau wackelte der Ball. Einfache Würfe sprangen aus dem Brett, Fast-Breaks verpufften. Nigeria dagegen nutzte jeden zweiten Ball, zwang die DBB-Auswahl in zusätzliche Sprints.
Nyara Sabally feierte ihr Comeback nach dosierter Belastung, spielte 18 Minuten, holte sieben Rebounds. Ohne Satou Sabally, ohne Marie Gülich und Luisa Geiselsöder fehlten die etablierten Anführerinnen – ein Umstand, der die Rotation jung und ungestüm wirken ließ. Die Balance fand das Team erst im letzten Viertel.

Die berliner stunde rückt näher
Mit dem Sieg zieht Deutschland die Bilanz des Vorbereitungsturniers: vier Siege, eine klare Niederlage gegen Gastgeber Frankreich (63:85). Die WM startet am 4. September in Berlin – und genau dort will Lange nun die Feinjustierung einleiten. „Jedes Spiel war ein Test für den Kopf“, sagte er nach der Schlusssirene. „Wir wissen, wo die Reise hingeht.“
Die Zahlen sprechen für sich: 41 Prozent Dreierquote gegen Nigeria nach 28 % gegen Frankreich, 18 Ballverluste nach zuvor 22. Kleine Schritte, aber messbar. Die Mannschaft reist mit Rückenwind, nicht mit Fragezeichen.
Frankreich war ein Warnschuss, Villeurbanne eine Antwort. Wer in Berlin die Halle betritt, wird ein anderes Gesicht sehen – eins, das jetzt weiß, wie sich Enge anfühlt und wie man sie mit Tempo und Körpereinsatz löst. Der Countdown läuft. Deutschland hat das letzte Spiel gewonnen, die nächste Stufe beginnt.
