Deutschland ringt ägypten nieder – späth wird zur ein-mann-mauer

Die deutschen Handballer haben den zweiten Sieg gegen Ägypten eingetütet, doch die Freude bleibt getrübt: Juri Knorr humpelt, Alfred Gislason schwitzt. 34:33 in Bremen – ein Ergebnis, das die Arena beben, aber auch die medizinische Abteilung auf Trab bringt.

Die erste Halbzeit war ein Blitz. Deutschland spielte mit Tempo, mit Druck, mit der Klarheit von Teams, die wissen, dass Januar die WM vor der Haustür steht. 19:13 zur Pause, das war kein Vorsprung, das war eine Demonstration. Julian Köster traf sechsmal, Johannes Golla dirigierte, und David Späth war einfach nur unerreichbar.

Den Ägyptern blieb die Luft weg. Sie warfen, prallten ab, warfen wieder. Die Zahl 13 stand wie eine Mauer über ihnen. Aber Mauern fallen, wenn der Gegner den Rücken gegen die Wand bekommt.

Knorr fällt aus – und mit ihm die spielweise

Die zwölfte Minute. Knorr bleibt liegen, packt sich ans rechte Knie, schlägt mit der Hand aufs Parkett. Die Kommunikation bricht weg, der Spielfluss stockt. Gislason wechselt, doch kein Ersatz kann die Lücke füllen. Deutschland verliert die Linie, Ägypten findet sie wieder.

35 Minuten lang hält das deutsche Bollwerk. Dann kommt der Lauf: 7:2 für die Afrikaner, 28:29, und plötzlich ist die Arena ein Summern aus 9.458 Stimmen, die alle „Halt durch!“ rufen. Späth hält. Und hält. Und hält noch einmal. Drei Paraden in 90 Sekunden, die wie Tore zählen.

Lasse Ludwig bringt Sicherheit ins Rückraumzentrum, Köster trifft zum 33:31, und als Späth den letzten Wurf kratzt, ist es vorbei. 34:33 – die Zahlen stehen wie ein Blutdruckmesswert: hoch, aber stabil.

Die bilanz: zwei siege, ein kandidat für die krankenliste

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41:38 in Dortmund, 34:33 in Bremen – 75 Tore, 71 Gegentreffer. Die Offensive liefert, die Defensive arbeitet. Doch die Frage nach Knorr bleibt offen. „Wir warten auf die MRT-Bilder“, sagt Gislason, und man hört, dass er nicht von der Leistung, sondern vom Knie redet.

Am 15. Mai geht’s nach Kopenhagen, zwei Tage später rollt der Ball in Köln. Dänemark wartet, der Olympia-, Welt- und Europameister. Da zählt kein 19:13, sondern nur 60 Minuten ohne Fehler. Und ohne Krücke.

Späth lacht noch, aber das Lachen hat einen Beigeschmack. Die WM rückt näher, der Kader wird enger, und die Physiotherapeuten haben Überstunden. Die Siege sind da, aber der Preis steht noch nicht fest.