Deutschland gegen ecuador: klinsmann warnt vor überheblichkeit

East Rutherford, New York – 20 Jahre nach dem Sommermärchen von 2006 steht die deutsche Nationalmannschaft vor einem Wiedersehen mit Ecuador. Ein Duell, das bereits vor dem letzten Gruppenspiel der WM in den USA, Mexiko und Kanada eine besondere Brisanz erhält. Jürgen Klinsmann, der frühere Bundestrainer, mahnt zur Vorsicht, auch wenn der Einzug in die K.o.-Runde bereits feststeht.

Die parallelen zum sommermärchen sind verblüffend

Die parallelen zum sommermärchen sind verblüffend

Die Erinnerungen an 2006 sind lebendig. Damals, bei der Heim-WM, hatte das DFB-Team unter Klinsmanns Führung ebenfalls die Qualifikation für die nächste Runde vorzeitig gesichert – und traf im letzten Gruppenspiel in Berlin auf Ecuador. Ein Spiel, das für Deutschland gewonnen wurde, aber die Vorzeichen sind ähnlich. „Ecuador hat sich in dieser Weltmeisterschaft bisher unter Wert verkauft“, betonte Klinsmann bei einem Termin im German House of Soccer in New York. Das bedeutet: Das Team von Piero Hincapié wird am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) im Finalstadion von East Rutherford alles daran setzen, den Stolz zu retten und den Gruppensieg zu verhindern.

Klinsmanns Warnung: Keine Nachlässigkeit! Der ehemalige Bundestrainer ließ keinen Zweifel daran, dass Deutschland sich nicht auf seinen bisherigen Erfolgserfolg (7:1 gegen Curacao und 2:0 gegen die Elfenbeinküste) verlassen darf. „Wir müssen schon auf der Hut sein“, riet er, denn nach dem letzten Gruppenspiel beginnt aus seiner Sicht „ein neues Turnier“. Die K.o.-Phase erfordert eine ganz andere Konzentration und Härte.

Die deutsche Mannschaft demonstrierte in den bisherigen Spielen bereits beeindruckende Offensivkraft, doch Klinsmann weiß, dass es in der K.o.-Phase um mehr geht als um hohe Ergebnisse. „Natürlich braucht es auch ein bisschen Glück“, räumte er ein, „da sicherlich hier und da ein Elfmeterschießen auf uns zukommen wird.“ Aber er zeigte sich optimistisch: „Ich traue es dieser Mannschaft auf jeden Fall zu, weit zu kommen.“

Die Moral scheint ausgezeichnet zu sein. Sollte sich das DFB-Team die „Lust“ aus den bisherigen Spielen beibehalten, könnte es tatsächlich einen weiten Weg gehen. Denn Klinsmann ist überzeugt: „Diese Mannschaft wird ihre eigene Geschichte schreiben in den nächsten paar Wochen. Und wir hoffen, dass sie bis ganz zum Schluss geht.“ Die Frage ist jetzt: Kann Deutschland die Euphorie des Sommermärchens wiederholen und ein neues Kapitel in der deutschen Fußballgeschichte aufschlagen?