Deutsches damentennis: petkovic sieht keine neue generation am horizont

Berlin – Ein düsteres Bild zeichnet sich für das deutsche Damentennis ab. Andrea Petkovic, ehemalige Top-Spielerin und aktuelle "Director of Excitement" bei den Berlin Tennis Open, äußert offen ihre Besorgnis über den Mangel an neuen Führungsspielerinnen. Die Situation, so Petkovic, sei „wirklich sehr unglücklich“.

Die ära kerber, görges & co. ist vorbei

Die ära kerber, görges & co. ist vorbei

Petkovic verweist auf das Fehlen von Spielerinnen, die das Niveau von Legenden wie Angelique Kerber, Julia Görges, Sabine Lisicki, Laura Siegemund und Tatjana Maria erreichen könnten. Diese Namen prägten eine Ära im deutschen Tennis, doch aktuell scheint es, als gäbe es keine heißen Nachwuchskandidatinnen in Sicht. Die 38-Jährige, die selbst sieben WTA-Titel gewinnen konnte, betont, dass die Schwierigkeiten für junge deutsche Spielerinnen in Berlin liegen, wo die Konkurrenz extrem hoch ist. „Der große Vorteil des Turniers ist aber auch ein Nachteil für den deutschen Nachwuchs. Es wird nur Top-20-Spielerinnen hier geben“, so Petkovic.

Die Berlin Tennis Open, die vom 13. bis 21. Juni stattfinden, ziehen die Weltelite an. Das bedeutet für den deutschen Nachwuchs, dass sie sich in einer Umfeld befinden, das es extrem schwierig macht, sich zu beweisen und Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Um dies zu ändern, stehe man in engem Austausch mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB), um deutschen Nachwuchsspielerinnen zumindest einige Startplätze zu ermöglichen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Realität ist unbestreitbar: Der Weg zum Erfolg im Damentennis ist steinig und erfordert eine außergewöhnliche Talentkombination aus Talent, Disziplin und mentaler Stärke.

Ein weiteres Problem, das Petkovic anspricht, ist die Rolle von Vorbildern. Sie vergleicht dies treffend mit Serena Williams und Lindsey Vonn, bei denen die Entscheidung, wann man aufhört, genauso wichtig ist wie der Erfolg selbst. Die jungen Spielerinnen müssen lernen, ihre Karriere aktiv zu gestalten und sich nicht von äußeren Umständen beeinflussen zu lassen.

Die WTA-Tour erlebt ihrer Aussage nach eine „enorme Entwicklung“, die es für deutsche Spielerinnen noch schwieriger macht, sich zu etablieren. Es bedarf einer langfristigen Strategie und einer gezielten Förderung, um das deutsche Damentennis wieder zu alter Stärke zu verhelfen. Die Zeit drängt, und die aktuellen Entwicklungen lassen wenig Raum für Optimismus.