Deutsche viererkampf um das final4 – flensburg gegen hannover wird zum klassiker

Die Handball-Fans wissen schon, wann sie den Kalender offen haben müssen: 28. April und 5. Mai. Dann geht es im Viertelfinale der EHF European League um die letzten vier Tickets fürs Final4 – und Deutschland ist mit vier Teams noch voll dabei.

Flensburg gegen hannover – ein duell mit saft

SG Flensburg-Handewitt trifft auf TSV Hannover-Burgdorf. Das klingt nach Bundesliga, ist aber Europapoker. Die SG spielte sich mit einem 38:32 in Skanderborg und einem 33:33 daheim souverän durch die Runde der letzten Acht. Kapitän Johannes Golla ließ sich auch vom lauten dänischen Hexenkessel nicht aus der Ruhe bringen. Jetzt wartet der Club aus der niedersächsischen Landeshauptstadt – ein Gegner, der die SG in der Liga schon bluten ließ. Die Bilanz der letzten beiden Jahre? 3:3-Siege. Kein Favorit, keine Underdog-Story, einfach pure Rivalität.

Die Tagesordnung ist klar: Wer zwei Mal besser wirft, fliegt nach Köln ins Final4. Die erste Partie findet in Flensburg statt. Die Nordlichter werden ihre 5.000 Fans im Campen hinter sich wissen, doch genau das kann auch ein Korsett sein. Druck verbiegt Metall.

Kiel muss nach kroatien – melsungen gegen porto

Kiel muss nach kroatien – melsungen gegen porto

THW Kiel reist zu RK Nexe Našice. Die Kroaten haben gegen Kristianstad zweimal gewonnen und dabei bewiesen, dass sie auch nach der Pause nicht abdampfen. Der THW liefert sich seit Wochen einen Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Bayern um die Tabellenspitze in der Bundesliga, jetzt kommt die Standortbestimmung im Europacup. Die Frage lautet nicht, ob die Zebras die Individualqualität haben – die haben sie. Die Frage lautet: Wer tritt die Reise nach Osijek an, um sich nicht nur sportlich, sondern auch mental durchzukämpfen?

MT Melsungen hat den härtesten Weg genommen. Nach der 29:35-Pleite in Fredericia schien das Aus sicher. Dann kam das zweite Spiel: 35:26, Darmoul als Antreiber, Simic als Mauer. García Parrondo schickte sein Team mit einem einzigen Auftrag zurück auf die Platte: „Macht euch unbequem.“ Das klappte. Jetzt wartet FC Porto. Die Portugiesen sind kein Überraschungsgast mehr, sie haben sich in den letzten Jahren Stück für Stück ein Europacup-Profil erarbeitet. Melsungen ist der Außenseiter, aber mit dem niedrigsten Erwartungsdruck – und das kann giftig sein.

Montpellier misst sich mit skopje

Montpellier misst sich mit skopje

Montpellier HB reist nach Nordmazedonien. Elverum war ein Warnschuss: 36:24 verloren, daheim nur 35:31 gewonnen. Die Hypothek war zu groß. Gegen HC Vardar 1961 Skopje wartet nun ein Gegner, der in der eigenen Halle mit Handball-Theater droht. Die Franzosen haben die Qualität, aber sie müssen früh die Mazedonier in ihren Schuhen zerbrechen. Wer in Skopje zurückliegt, muss den Rückstand wie ein Betonkleid tragen.

Die Auslosung hat ein Faustpfand geliefert: vier deutsche Teams, vier Chancen auf drei europäische Final4-Plätze. Die Quote ist brutal, die Konkurrenz knallhart. Die European League ist längst kein Trostpott mehr – sie ist ein Champions-League-Umbau mit eigenem Charakter. Die Teams wissen: Ein Finale in Köln kann eine Saison retten, einen Trainer entlasten, ein Budget erhöhen. Und die Fans wissen: Wer jetzt zittert, verliert.

Der Countdown läuft. In knapp drei Wochen wird der Ball wieder aufgelegt. Wer sich dann nicht wehrt, fliegt raus aus dem Europacup-Sommer. Die SG will Revanche für das verpasste Final4 2023, Hannover will endlich den internationalen Durchbruch, Kiel will den Titel nach 2020 wiederholen, Melsungen will das Märchen. Vier Klubs, ein Ziel. Keine Sekunde ist verschenkt.