Deutsche eishockey-nationalmannschaft: müller schlägt alarm – fehlt die mannschaftliche geschlossenheit?
- Olympia-enttäuschung? routinier müller warnt vor selbstüberschätzung
- Müller: „wir sind noch nicht da“
- Draisaitl und co. – potenzial vorhanden, aber…?
- Zu kompliziertes spiel – rückfall in alte muster
- Die rolle der nhl-spieler
- Müllers eigene rolle und blick nach vorn
- Playoffs gegen frankreich – müller glaubt an erfolg
Olympia-enttäuschung? routinier müller warnt vor selbstüberschätzung
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Spielen bisher nicht die erhofften Leistungen gezeigt. Nach der deutlichen 1:5-Niederlage gegen die USA schlägt nun ein erfahrener Routinier Alarm. Ist die vermeintlich beste deutsche Eishockey-Mannschaft der Geschichte tatsächlich bereit für den olympischen Erfolg? Nach den Worten von Moritz Müller, ehemaliger Kapitän und langjähriger Nationalspieler, keineswegs.

Müller: „wir sind noch nicht da“
Moritz Müller äußerte sich nach dem Spiel gegen die USA kritisch: „Ich glaube, wir haben im Vorfeld viel über diese Mannschaft gesprochen und wie gut sie ist. Die besten Mannschaften, die ich erlebt habe, waren 2018 und 2023. Da muss diese Mannschaft erst noch hinkommen.“ Er sieht deutlichen Verbesserungsbedarf und bemängelt, dass die Mannschaft noch keine Einheit bildet.
Draisaitl und co. – potenzial vorhanden, aber…?
Vor dem Turnier wurde das deutsche Team, verstärkt durch zahlreiche NHL-Stars um Leon Draisaitl, als potentieller Favorit gehandelt. Doch Müller, der bereits bei früheren Erfolgen dabei war (WM 2018 & 2023, Olympia 2018 & 2023 – jeweils Silbermedaille), sieht aktuell noch viel Luft nach oben. Die Erwartungen sind hoch, aber die Leistung muss stimmen.
Zu kompliziertes spiel – rückfall in alte muster
„Wir sind wieder in alte Muster verfallen: zu verschnörkelt, zu kompliziert“, kritisiert der 39-Jährige. Obwohl das Team mit den besten Spielern ausgestattet sei, fehle es an mannschaftlicher Geschlossenheit und einem geradlinigen Spielansatz. Müller, der vor dem Turnier von Draisaitl als Kapitän abgelöst wurde, fordert eine Rückbesinnung auf die Grundtugenden.
Die rolle der nhl-spieler
Sieben der 25 Spieler im deutschen Kader stehen aktuell in der NHL unter Vertrag. Müller warnt jedoch davor, sich auf diese Spieler zu verlassen: „Wir haben ganz tolle Eishockeyspieler, die zu den besten der Welt gehören. Aber wir können nicht denken, dass jedes Mal, wenn einer von denen auf dem Eis ist, wir ihm die Scheibe geben und dann ein Wunder passiert.“ Das Zusammenspiel der gesamten Mannschaft müsse verbessert werden.
Müllers eigene rolle und blick nach vorn
Auch seine eigene Rolle im Team ist aktuell eher untergeordnet. Müller kommt in den bisherigen Spielen nur zu wenig Eiszeit. „Das ist nicht meine Entscheidung. Das ist Sache des Trainerteams“, kommentiert er knapp. Dennoch sieht er sich weiterhin als Wortführer: „Es ist richtig, dass ich nicht das C auf der Brust brauche, um gehört zu werden.“
Playoffs gegen frankreich – müller glaubt an erfolg
Nach einer durchwachsenen Vorrunde trifft Deutschland in den Playoffs auf Frankreich. Müller ist zuversichtlich: „Man muss demütig genug sein, dass wir gegen jeden Gegner hier verlieren können. Grundtugenden, die uns immer ausgezeichnet haben, die müssen immer da sein, egal, wie gut die Spieler sind. Dann ist auch Frankreich lösbar.“
