Deutsche damen-tennis: der abstieg in die drittklassigkeit – ein schock für die nation!
Ein Beben erschüttert das deutsche Damentennis. Nach einer desaströsen Woche steht der Abstieg in die Regionalgruppe II des Billie Jean King Cups fest – ein historischer Tiefpunkt, der Fragen aufwirft und die Zukunft des deutschen Frauenteam in düstere Farben taucht. Litauen, einst ein Tennis-Entwicklungsland, hat Deutschland überrundet. Was ist geschehen?
Die ära graf ist lange vorbei – und das ist erst der anfang
Die Erinnerungen an Steffi Graf, Angelique Kerber und Cilly Aussem scheinen weit entfernt, während Deutschland in den Tennisuntergrund abrutscht. Es war nicht das erste Alarmsignal, aber der Abstieg in die zweite Liga ist der Schockmoment, der die deutsche Tennislandschaft aufwühlen muss. Duelle gegen Tennis-Zwerge wie Zypern, Südafrika und Georgien warten – Kulissen, die anstige Stimmung kaum garantieren können. Die Stimmung in Oeiras war bereits deprimierend, jetzt droht ein noch trostloseres Szenario.
Wer trägt die Schuld an diesem Debakel? Die Abwesenheit von Leistungsträgerinnen wie Eva Lys, die durch Verletzungen ausfiel, sowie die Entscheidungen von Bundestrainer Torben Beltz, insbesondere die Nominierung von Tatjana Maria und Laura Siegemund, stehen nun im Fokus der Kritik. Der Fokus auf die nächste Generation, verkörpert durch Ella Seidel und Noma Noha Akugue, erwies sich als Fehleinschätzung. Bereits gegen Portugal und Schweden waren die Niederlagen schmerzhaft deutliche Zeichen.

Das doppel als achillesferse – kohde-kilsch schlägt alarm
Besonders bitter waren die drei Doppelniederlagen in Oeiras. Wurde das Doppel unterschätzt? Hat der Trainer falsche Entscheidungen getroffen? Claudia Kohde-Kilsch, ehemalige Bundestrainerin, äußerte auf Facebook deutliche Kritik: „Es tut mir richtig weh, das zu sehen. Ein guter Volley oder Smash? Leider auch Fehlanzeige.“ Die Abwesenheit einer echten Spitzenspielerin im Doppel, wie Laura Siegemund, die mit ihrem Grand-Slam-Titel im Damendoppel und zwei Major-Titeln im Mixed überzeugen konnte, wurde schmerzlich vermisst. Sie hätte das drohende Unglück vermutlich abwenden können.
Trotz der düsteren Aussichten gibt es einen Hoffnungsschimmer. Spielerinnen wie Tessa Brockmann und Eva Bennemann könnten in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Doch die Entwicklung ist noch nicht so weit fortgeschritten, wie man es sich erhofft hatte. Der Kampfgeist war zwar vorhanden, doch die eigene Verunsicherung scheint viele Spielerinnen zu lähmen.
Die goldenen Zeiten sind lange vorbei, und der Neuaufbau ist gescheitert. Deutschland steht am Scheideweg. Die Bilanz ist eindeutig: In der Graf-Ära wurden die Teamwettbewerbe zweimal gewonnen (1987 und 1992). Nun gilt es, das Desaster in Portugal zu verdauen und sich auf die anstehenden Aufgaben zu konzentrieren. Es kann nur noch bergauf gehen – die Frage ist, ob der deutsche Tennisverband bereit ist, die notwendigen Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen.
