Deutsche badminton-herren verzichten auf wm-start – pleite stoppt traum
Keine Tickets, keine Träume: Der Deutsche Badminton-Verband schickt seine Männer-Nationalmannschaft nicht zur Team-WM nach Dänemark. Grund ist ein leeres Konto, kein leerer Kader.

Verletzungspech plus klammere kasse gleicht boykott
Die Entscheidung fiel am Dienstag im Präsidium. Finanznot und Verletzungswelle bilden eine tödliche Mischung. „Unsere Jungs hätten sich die Flagge auf die Brust geheftet“, sagt Sportdirektor Jakob Höi. „Aber wir können nicht ausgeben, was nicht da ist.“ Die Kasse des Verbands ist seit Jahren roter als ein Flaggendach, die Pandemie hat Löcher hinterlassen, Sponsoren sind abgesprungen.
Der Kader? Auch ramponiert. Drei Top-Spieler fallen aus, zwei davon mit Knie-OP, einer mit Bandscheibenvorfall. Die Ersatzkräfte kommen aus der Zweiten Liga, könnten gegen Asiens Geschoss-Maschinen kaum mithalten. Ein Scheitern in der Vorrunde würde nur zusätzliche Kosten erzeugen – Reise, Hotel, Strom für die Hawk-Eye-Kameras. Die Rechnung: rund 120 000 Euro für zehn Tage Dänemark. Der Verband stemmt gerade mal die Hälfte.
Die Frauen sind ohnehin nicht qualifiziert – ein Doppeldesaster, das sich selbst im deutschen Badminton noch nie zeigte. Höi spricht von „Priorisierung“, intern heißt es: Not-OP. Sponsoren fragen sich jetzt, ob ihr Logo überhaupt noch Sinn macht, wenn die Mannschaft nicht mal antritt.
Für die Spieler heißt es: Urlaub statt Aufschlag. Kapitel „WM-Traum 2026“ ist nach drei Absätzen beendet. Der Verband hofft, bis 2028 wieder schwarze Zahlen zu schreiben – und dass bis dahin jemand den Federball wieder hoch wirft.
