Desg-chef große: thüringer fordern rücktritt nach standortstreit!

Die Eisschnelllauf-Szene in Deutschland ist erneut erschüttert. Der Thüringer Landesverband hat einen offenen Brief veröffentlicht und fordert den Rücktritt von Matthias Große, dem Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Anlass ist ein heftiger Streit über die zukünftige Ausrichtung des Verbandes und die Verteilung der Trainingsstandorte.

Konzentration auf berlin und inzell: thüringen fürchtet stillstand

Konzentration auf berlin und inzell: thüringen fürchtet stillstand

Die DESG-Führung plant, die Bundeskader vorrangig in Berlin und Inzell zu konzentrieren. Thüringens Eisschnelllauf-Verband befürchtet dadurch die faktische Schließung der Stützpunkte in Erfurt und Chemnitz. Die Athleten sollen Medienberichten zufolge unter Druck gesetzt werden, den Standort zu wechseln – ein Vorwurf, den die DESG vehement zurückweist. „Das ist eine ungerechtfertigte Behauptung“, so eine Stellungnahme der Anwaltskanzlei, die Große vertritt.

Doch die Kritik reicht tiefer. Der Thüringer Verband bemängelt eine mangelnde Kommunikation seitens der DESG-Spitze und wirft Große vor, Entscheidungen ohne Abstimmung mit den Landesverbänden zu treffen. Die Vereinigung Athleten Deutschland schließt sich den Bedenken an und verstärkt so den Druck auf den DESG-Präsidenten.

Bereits im Frühjahr sorgten Vorwürfe der Intransparenz innerhalb der DESG für Aufsehen. Ein Bericht der ARD hatte damals auf fehlende Haushaltspläne und nicht ausgezahlte Prämien hingewiesen. Der aktuelle Rücktrittsforderung reiht sich in diese Serie von Unruhen ein und stellt Großes Führungsposition ernsthaft in Frage.

Die DESG verteidigt das Strukturkonzept als notwendige Maßnahme zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur effizienteren Nutzung von Ressourcen. „Erfurt und Chemnitz bleiben wichtige Bestandteile des Strukturkonzeptes“, heißt es in der Stellungnahme. Doch für den Thüringer Verband sind die Worte Strohfeuer. Die Entscheidung, die Bundeskader zu bündeln, sei ein Schlag für den Nachwuchsbereich in Thüringen und gefährde die Zukunft des Eisschnelllaufs in der Region.

Stefan Gruhner, Chef der Thüringer Staatskanzlei, äußerte sich besorgt über die Entwicklung und forderte den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf, sich der Situation anzunehmen. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, ob Große auf die Forderungen des Thüringer Verbandes eingeht oder ob der Streit weiter eskaliert und den deutschen Eisschnelllauf nachhaltig beeinträchtigt.