Deschamps verzögert wm-kader – psg-spiel wird zum zünglein an der waage

Didier Deschamps lässt die Welt warten. Statt am 13. Mai die 26 Namen für Katar zu verkünden, drückt der französische Teamchef auf Pause – und das mit gutem Grund. Der Grund: Lens gegen PSG, Nachholspiel, Meisterschaft möglicherweise an einem Abend entschieden. Erst danach folgt die Liste. Punkt.

Ein tag kann die saison ändern

Ein tag kann die saison ändern

Die Equipe tricolore gewann gegen Brasilien, rotiert nun gegen Kolumbien und niemand will sich verletzen. Deschamps’ Timing ist kaltschnäuzig: Er will alle Kandidaten ein letztes Mal sehen, aber keine Risiken eingehen. „Colombia ist stark, wir schonen niemanden, wir testen jeden“, sagte er vor den Mikrofonen. Die Botschaft: Wer glänzt, landet im Flieger; wer humpelt, bleibt daheim.

Die Verschiebung ist mehr als Bürokratie. Sie spiegelt die Dichte des Kaders wider. Ob Mbappé, Griezmann oder Rabiot – alle wissen: Ein einziger Schritt auf dem Rasen kann zwischen Ferien und Weltmeisterschaft entscheiden. Deschamps nutzt die Unsicherheit als Selektionswerkzeug. Kein Training, kein Video, kein Datenblatt – nur der Live-Eindruck zählt.

Dabei schwärmt der Coach vom Potenzial seiner Offensive. „Wenn du so viele Torgefährten hast, willst du nach vorn spielen“, sagt er. Frankreich zählt sich selbst zu den Favoriten, weiß aber auch: Das Finale ist ein Sprint, kein Spaziergang. Der letzte Schritt fehlt – und den will Deschamps erst gehen, wenn er weiß, wer wirklich laufen kann.

Kurz nach Mitternacht des 14. Mai wird die Liste online gehen. Dann steht fest, wer in die Wüste fliegt – und wer zu Hause bleibt, weil 90 Minuten in Lens die Karriere gekippt haben.