Deportivo zündelt mit elfmeter-vergleich – almería empört
Die Nachricht landete gestern um 17:43 Uhr in den Mail-Eingängen der Abonnenten und ließ die Andalusier aufwachen: Der Deportivo La Coruña vergleicht in einem offiziellen Newsletter die Elf-Meter-Bilanz seiner Konkurrenten – und zielt damit direkt auf UD Almería.

Warum diese zeilen im campamento rojiblanco für rauch sorgen
„Almería führt die Liga mit zwölf verwandelten Strafstößen an, Deportivo steht mit sechs nur auf Platz acht“, heißt es im Schreiben, das angeblich dazu dienen soll, „einheitliche Schiedsrichter-Kriterien“ einzufordern. Doch wer den vollständigen Text liest, spürt den Unterton: Da wird ein Gegner mit Zahlen ans Kreuz genagelt, statt offen über einzelne Fehlentscheidungen zu sprechen.
Die Reaktion aus dem Süden folgt prompt. „Wir halten das für ein gezieltes Stimmungsbild, das sicher nicht dazu beiträgt, Diskussionen sachlich zu halten“, sagt ein Club-Offizieller, der anonym bleiben möchte. Man habe den Eindruck, dass der Klub von der Ría betont, „wie fair wir doch behandelt werden“, während man andererseits „indirekt suggeriert, wir würden bevorzugt“.
Die Zahlen, die niemand erwähnt, liefern Almería prompt nach: Acht Gegen-Elfmeter – nur zwei Teams kassierten mehr. Fünf Platzverweise kassierten Rubís Mannen, Deportivo nur zwei. Und Burgos? Dort schoss man elfmal vom Punkt, kassierte keinen einzigen. „Merkwürdig, dass ausgerechnet wir ins Visier genommen werden, obwohl andere noch markantere Statistiken haben“, heißt es trocken in den Büro-Räumen des Estadio de los Juegos Mediterráneos.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In sieben Tagen empfängt Almería den Deportivo in Andalusien – ein Duell, das mit Spannung erwartet wird, weil es um die direkte Rückkehr in die Primera geht. Trainer Rubi hatte erst am Wochenende betont, man werde „keine Subtilitäten“ bemühen, „um Schiedsrichter zu beeinflussen“. Stattdessen gelte: „Wir konzentrieren uns auf Fußball.“
Doch der Ball liegt nun beim Deportivo. Denn die Statistik, die man in die Runde warf, wirkt wie ein indirekter Wunsch: Elfmeter für uns, keine für sie – und das genau jetzt. Almería wird nicht antworten, zumindest nicht öffentlich. „Wir sprechen auf dem Platz“, flüstert man in der Kabine. Noch sind 270 Minuten bis zum Aufeinandertreffen. Die Uhr tickt – und die Zahlen sind längst vergessen, sobald der Schiri pfeift.
