Del toro erobert das azur-trikot – tirreno-adriatico kocht vor finale
Isaac Del Toro ist kein Geheimtipp mehr. Der 22-jährige Mexikaner riss sich auf der härtesten Rampe von Mombaroccio das blaue Trikot von Giulio Pellizzari vom Leib und trägt es nun mit 23 Sekunden Vorsprung ins Königsspiel der „Race of the Two Seas“.
Valgren weg, alle weg – so lief die fünfte
Michael Valgren zeigte, warum er einst Amstel Gold gewann. Der Däne setzte 38 Kilometer vor dem Ziel seinen Angriff, riss 17 Sekunden heraus und ließ die Favoriten hinter sich verzweifeln. Im Ziel jubelte er mit 25 Sekunden Vorsprung – ein Solosieg, der die Gesamtwende einläutete. Dahinter explodierte das Feld. Del Toro schaltete auf der letzten Steigung einen Gang höher, Pellizzari sackte zurück. Ciccone wurde Fünfter, nur zwei Sekunden vor dem entthronten Italiener – ein halbes Radumdrehung, die alles verändert.
Die neue Ordnung: Del Toro 23 Sekunden vor Pellizzari, 34 vor Jorgenson, 44 vor Roglic. Vier Sekunden trennen Roglic von Ciccone – das Zeitdefizit eines schlechten Trinkens.

Morgen wartet der muro della madonna
Samstag führt die 61. Ausgabe nach San Severino Marche – 188 Kilometer, zwei Runden à 29,1 Kilometer, finale Anstiege mit Steigungen bis 18 %. Wer hier kollabiert, fliegt aus dem Podestraum. Wer attackiert, schreibt Geschichte. Del Toro kennt die Zahlen: „Ich habe nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.“
Pellizzari muss angreifen, Roglic lauert auf Sekunden, Ciccone will das Podest. Und Valgren? Der hat nichts mehr zu verlieren – ein gefährlicher Mann.
Die Tirreno-Adriatico endet am Sonntag traditionell mit dem Sprint von San Benedetto del Tronto. Doch vorher entscheidet sich alles auf dem Muro. Wer dort zuerst oben ist, trägt am Sonntag das Azur – und vielleicht schon den Blick auf den Giro.
