De laurentiis schockiert: fußball muss schneller und spektakulärer werden!
Aurelio De Laurentiis, der Mann, der aus dem klammen SSC Neapel einen europäischen Giganten geformt hat, hat in einem explosiven Interview mit The Athletic die Fußballwelt aufgemischt. Seine Ideen sind radikal, seine Kritik scharf – und sein Ziel klar: Den Fußball wieder spannender und attraktiver zu machen. Der Filmproduzent, der den Verein einst für 32 Millionen Euro aus der dritten Liga rettete, sieht den modernen Fußball als eine langweilige Angelegenheit, die dringend reformiert werden muss.
Die zeiten müssen kürzer werden: de laurentiis' radikale vorschläge
„Die Spiele sind zu lang“, poltert De Laurentiis. „Ich verstehe diese 15 Minuten Pause nicht. Mein sechsjähriger Neffe verlässt bei einer so langen Pause schon sein Zimmer, um FIFA zu spielen! Kinder haben keine Geduld, ein langsames Spiel zu verfolgen.“ Seine Lösung? Die Halbzeiten auf 25 Minuten verkürzen und die effektive Spielzeit auf 50 Minuten reduzieren. Ein Schachzug, der für Aufsehen sorgt und die Diskussion über die Länge von Fußballspielen neu entfacht.
Doch damit nicht genug. De Laurentiis schlägt vor, Schimpfwörter aus dem Spiel zu verbannen und stattdessen ein temporäres Ausschlussverfahren einzuführen. „Keine gelben und roten Karten mehr!“, erklärt er. Und auch die Schauspielerei von Spielern, die sich theatralisch fallen lassen, soll ein jähes Ende finden: „Fällt ein Spieler auf, um einen Elfer zu schinden, dann raus mit ihm!“

Weniger teams, mehr qualität: de laurentiis' vision für die liga
Neben den Regeländerungen schlägt De Laurentiis auch eine Reduzierung der Anzahl der Teams in der Serie A vor. „Wir sollten die Liga von 20 auf 16 Teams reduzieren“, so De Laurentiis. „Es gibt zu viel Fußball, was die Qualität des Produkts für Medien, Fans und Spieler mindert, die am Ende 60 bis 70 Spiele pro Saison absolvieren müssen. Und Teams aus Dörfern mit 50.000 Einwohnern? Wie viele Zuschauer haben die bei DAZN oder Sky? 3.000 oder 4.000?“
Die Idee einer Superliga, die bereits von Florentino Pérez vorangetrieben wurde, findet ebenfalls Beifall bei De Laurentiis: „Der richtige Weg ist ein Supercup. Die besten Mannschaften aus Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland und England sollten zusammenkommen, um einen wirklich großen Wettbewerb zu schaffen.“

Conte als „sargento instructor“: die perfekte mischung
De Laurentiis betont die Bedeutung von Trainer Antonio Conte, mit dem er seit zehn Jahren befreundet ist. „Wir haben uns vor zehn Jahren auf den Malediven getroffen und ich war von seiner Fußballtheorie fasziniert. Es war, als würde mir ein Schriftsteller einen unglaublichen Film erzählen. Antonio ist wie der „Sargento Instructor“ aus Im Tal der Verzweifelten: Junge Spieler, die Ferraris fahren, brauchen eine feste Führung.“
Die mögliche Abberufung Contes als Nationaltrainer Italiens bereitet De Laurentiis jedoch Sorgen. „Conte ist ein seriöser Mann und hat einen Vertrag mit mir. Er würde mich niemals im letzten Moment verlassen. Das wäre ein großes Problem für Neapel. Wenn er das aufbaut, was er in zwei Jahren aufgebaut hat, und das dann einfach wegwerfen würde, wäre das wie das Töten seiner eigenen Kreation.“
De Laurentiis’ Ausführungen sind ein Aufruf zum Umdenken im Fußball. Ob seine radikalen Vorschläge auf fruchtbaren Boden fallen, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: <Aurelio De Laurentiis hat den Mut, die unbequemen Fragen zu stellen und den Fußball von morgen zu fordern.
