De bruyne wird zum zahnrad: belgien hofft auf ronaldo-klasse
Rudi Garcia wirft den Begriff „Genie“ nur zweimal im Jahr ein. Jetzt fiel er – und zwar für Kevin De Bruyne. Der Nationaltrainer Belgiens erklärte dem Ligue-1-Mikrofon, der 34-Jährige gehöre „zur Sippe der Giganten“, neben Totti und Ronaldo. Die Qualifikation für die WM 2026 hat laut Garcia ein einziges Antriebsmoment: De Bruynes Rückkehr nach fünf Monaten Zwangspause.
Warum garcia die verletzung runterspielt
Die Mediziner hatten Mitte März noch mit einem Muskelbündelriss gerechnet, doch Garcia sieht das anders: „Drei Monate, fünf Monate – das zählt nicht, wenn das Ziel ein Turnier im Juni ist.“ Er spricht von „kalkulierter Frische“, weil De Bruyne in Manchester nur 42 Prozent der Saisonminuten absolvierte. Die Belastungskurve steigt jetzt progressiv: 30 Minuten gegen Kasachstan, 60 gegen Österreich, Vollgas ab Juni. Datenanalysten des KBVB zufolge liegt seine Passquote in den letzten drei Testspielen bei 91 % – vor der Verletzung waren es 87 %.
Die Umkleide spürt den Unterschied. Während gegen Israel noch sieben Leistungsträger abgesagt hatten, meldeten sich nach der Qualifikation gegen Liechtenstein plötzlich alle zurück – mit „Lachflash und Sponsorenlächeln“, wie ein Betreuer spotitete. De Bruyne selbst schlich auf Krücken über den Platz, um die Gruppe zu feiern. Garcia nannte das „Symbolkraft pur: Er trägt keine Kapitänsbinde, aber er trägt die Mannschaft.“

Das taktische puzzle steht noch offen
Offensiv baut Garcia auf einem 3-4-2-1, das in die 4-2-3-1 umschaltet. De Bruyne wandert dabei als halbrechte „10“ zwischen den Linien, zieht Gegenspieler auf sich und schaltet so den linken Flügel frei. In den nächsten Testwochen will der Trainer herausfinden, ob Tielemans oder Onana die bessere Doppel-Sechs neben Witsel bildet. Entscheidend ist, dass De Bruyne nicht mehr tief startet, sondern direkt hinter der Spitze operiert – bei 34 Jahren hilft jeder gesparte Meter.
Die WM-Gruppenauslosung am 13. Juli wird zeigen, wie weit „weit“ tatsächlich reicht. Garcia schließt das Interview mit einem Satz, der klingt, als hätte er ihn sich schon vor Jahren zurechtgelegt: „Wenn Kevin fit ist, fürchte ich niemanden – nicht einmal Südamerika.“
