Ddr-legende stirbt: eberhard riedel erliegt dem alter

Ein Stück Sportgeschichte ist verstummt: Eberhard Riedel, der erfolgreichste alpine Skirennläufer der Deutschen Demokratischen Republik, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Sein Triumph in Adelboden 1961 bleibt unvergessen – ein Moment, der den kleinen Oberwiesenthal auf die Weltkarte schoss.

Die stille größe des «ebs»

Riedel war kein Mann der großen Worte, sondern der Tat. Sein Erfolg basierte nicht auf Prahlen, sondern auf unermüdlichem Training und einem tiefen Respekt vor dem Sport. Seine Söhne bestätigten, dass er nach kurzer, schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen ist – ein Abschied, der viele Sportfans im In- und Ausland bewegt.

Von squaw valley nach grenoble: die olympischen spiele

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Die Karriere des gebürtigen Lauterers begann im Skispringen, ehe er sich dem Alpinski zuwandte. 1957 wurde er Mitglied der Nationalmannschaft, und schon 1961 feierte er seinen größten Erfolg: den Sieg im Riesenslalom von Adelboden. Dieser Triumph war mehr als nur ein sportlicher Erfolg; er war ein Symbol für die Hoffnung und den Stolz der DDR. Riedel nahm an drei Olympischen Winterspielen teil – Squaw Valley, Innsbruck und Grenoble – und zeigte stets bemerkenswerte Leistungen. Seine beste Platzierung erreichte er 1968 in Grenoble, als er im Slalom den 13. Platz belegte.

Politischer schatten über chamonix

Politischer schatten über chamonix

Doch nicht alles verlief für Riedel im Märchenbuch. Die Teilnahme an den Weltmeisterschaften 1962 in Chamonix wurde ihm aus politischen Gründen verwehrt – ein bitterer Einschnitt, der viele Athleten der DDR traf. Die Entscheidung der Regierung, die Förderung des Alpinskports einzustellen, beendete schließlich seine aktive Karriere, obwohl er sportlich weiterhin zu den Top-Athleten zählte.

Nach seiner aktiven Laufbahn engagierte sich Riedel als Sportlehrer und Trainer, unter anderem für den Fußballverein BSG Wismut Aue und den legendären Skisprungtrainer Jens Weißflog. Seine Liebe zum Skifahren blieb ihm bis zuletzt erhalten – im vergangenen Jahr stand er noch auf den Brettern in seiner Heimat, mit einem Lächeln im Gesicht und dem Gefühl, dass seine Schwünge immer noch genauso sauber waren wie früher.

Eberhard Riedel hinterlässt eine Lücke in der Sportwelt, aber sein Name wird für immer mit dem Triumph in Adelboden und der ruhigen Größe eines außergewöhnlichen Athleten verbunden bleiben. Sein Vermächtnis ist ein Appell an die jungen Sportler: Leistung entsteht durch harte Arbeit, Demut und Leidenschaft – Werte, die «Ebs» Riedel ein Leben lang verkörperte.