Dbf-elf feiert müden sieg: wück's kritik trotz 5:1!
Ein 5:1 gegen Österreich – auf dem Papier ein klarer Erfolg für die deutsche Nationalmannschaft im Max-Morlock-Stadion. Doch Bundestrainer Christian Wück ließ die Freude am Sonntagabend vermissen und übte deutliche Kritik an der Leistung seiner Spielerinnen.

Ein sieg, der fragen aufwirft
Während die Fans im Stadion ein Offensivfeuerwerk bejubelten, insbesondere in der zweiten Hälfte, schien Wück wenig beeindruckt. Erst der Treffer von Lea Schüller zum 5:1 konnte ein zaghaftes Lächeln auf seine Lippen zaubern. Die Leistung war, aus seiner Sicht, weit entfernt von dem, was möglich gewesen wäre. "Ich war ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden mit der Leistung von uns," gab Wück im ZDF-Interview zu. Eine Einschätzung, die angesichts des deutlichen Resultats für Verwunderung sorgte.
Der Bundestrainer machte seine Kritik an der fehlenden Konzentration deutlich. "Ich glaube, dass nur sehr wenige an ihre Leistungsgrenze gekommen sind. Kompliment an Österreich, sie haben es in der ersten Hälfte sehr schwer für uns gemacht, haben sehr gut verschoben und defensiv gut gestanden." Die österreichische Mannschaft hatte die Deutschen spürbar vor Probleme gestellt, was Wücks Unzufriedenheit noch verstärkte.
Das größte Ärgernis: Leichtfertige Fehler im Passspiel. "Wir haben sehr viele einfache, leichte Fehler gehabt im Passspiel. So machen wir uns das Leben selbst schwer," betonte der 52-Jährige. Fehler, die unter normalen Umständen bestraft worden wären, blieben diesmal ungeschlagen. "Heute war es mal andersrum, als es sonst bei sowas ist, wir machen dann die Tore in der zweiten Hälfte. Damit sind wir natürlich sehr zufrieden. Aber als Trainer darf man da schonmal ein bisschen meckern," fügte Wück hinzu.
Die Forderung ist klar: Mehr Einsatz. "Das erwarte ich von den Spielerinnen. Ich erwarte, dass wir alle versuchen, an 100 Prozent zu kommen. Und dass wir uns damit weiterentwickeln, denn das macht eine Top-Mannschaft aus." Es geht nicht nur darum, zu gewinnen, sondern auch darum, konstant auf höchstem Niveau zu performen.
Trotz der Kritik steht die Bilanz nach drei Spieltagen unterm Strich. Neun Punkte und ein Torverhältnis von 14:1 lassen wenig Zweifel an der WM-Qualifikation der DFB-Auswahl. Am Samstag geht es im Rückspiel gegen Österreich weiter – und Wück wird sicherlich erneut an der Seitenlinie stehen, um sicherzustellen, dass seine Spielerinnen ihr volles Potenzial ausschöpfen. Das Spiel wird zeigen, ob die Kritik Früchte trägt und die Mannschaft ihre Leistung verbessert. Denn eines ist klar: Der Weg zur Weltmeisterschaft führt über konstante Höchstleistungen, nicht über glückliche Zufälle.
