Dbb-frauen ziehen mit müdem sieg gegen nigeria in die heim-wm – und lange hadert

81:73 lautete der Endstand, aber die Zahlen lügen. Das deutsche Team quälte sich in Villeurbanne gegen Nigeria, und selbst Olaf Lange gestand nach dem fünften Spiel in sieben Tagen: „Wir haben Fehler aneinandergereiht, die wir normalerweise nicht machen.“ Die DBB-Frauen beenden die Qualifikation mit vier Siegen aus fünf Spielen – doch der Nachgeschmack bleibt bitter.

Leonie fiebich trägt, aber die maske rutscht

Leonie Fiebich war mit 15 Punkten die beste Werferin, doch selbst ihre Treffer wirkten wie Notlösungen. Deutschland startete defensiv solide, vergab aber so viele offene Würfe, dass Nigeria zweimal in Führung gehen konnte. Erst ein 10:0-Lauf im letzten Viertel schaufelte die Differenz auf zweistellig – und selbst dann war die Vorentscheidung nicht mehr als ein Seufzer.

Die Kurpflicht kam zur Unzeit: Nyara Sabally durfte nur dosiert ran, Satou Sabally, Marie Gülich und Luisa Geiselsöder fehlten komplett. Das System Lange funktionierte nur noch halb – wie ein Motor, der mit drei Zylindern auf drei Zylindern wartet.

Frankreich-debakel steckt noch in den knochen

Frankreich-debakel steckt noch in den knochen

Die 63:85-Pleite gegen die Gastgeber war kein Ausrutscher, sondern eine Standortbestimmung. Lange hatte vor dem Nigeria-Spiel noch betont: „Wir müssen jedes Spiel nutzen, viele Sachen besser machen.“ Was folgte, war ein Härtetest, der eher an Ermüdungsbruch erinnert als an Fortschritt.

Dennoch: Die Heim-WM vom 4. bis 13. September in Berlin rückt näher, und mit ihr die Frage, ob dieses Team noch eine Gangart höher schalten kann. Die Antwort liegt nicht in der Tabelle, sondern in den Beinen, die seit einer Woche schwer sind wie nasser Beton.

Die DBB-Frauen haben das Ticket gelöst – jetzt müssen sie nur noch die Koffer packen und die Beine hochlegen. Die wirkliche Prüfung kommt im September. Bis dahin zählt nur eins: Erholung. Alles andere wäre Selbstbetrug.