Dav-sportleiter gruber beurlaubt: ermittlungen wegen möglicher verstöße
- Schwere vorwürfe gegen den deutschen alpenverein
- Anzeige wegen möglicher körperverletzung
- Gruber selbst bat um beurlaubung
- Vorwürfe der athleten: blutentnahmen und mangelnde hygiene
- Problematische blutentnahmen: details und folgen
- Olympia-aus für weßling und gramelsberger
- Weitere entwicklungen und reaktionen
Schwere vorwürfe gegen den deutschen alpenverein
Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat seinen Sportlichen Leiter, Hermann Gruber, beurlaubt. Hintergrund sind schwerwiegende Vorwürfe von Skibergsteigern bezüglich unzureichender Hygiene bei medizinischen Tests. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Traunstein laufen bereits. Dieser Vorfall wirft ein dunkles Licht auf die medizinische Betreuung im deutschen Skibergsteigen.

Anzeige wegen möglicher körperverletzung
Die Staatsanwaltschaft prüft eine Anzeige gegen Gruber und den ehemaligen Bundestrainer Maximilian Wittwer. Es besteht der Verdacht auf gefährliche Körperverletzung, Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung, Nötigung und fahrlässige Körperverletzung. Die Ermittlungen sollen mehrere Wochen dauern, so ein Sprecher der Behörde.

Gruber selbst bat um beurlaubung
Laut DAV bat Hermann Gruber selbst um die Beurlaubung, um eine transparente Aufklärung zu ermöglichen. “Diese Freistellung erfolgt im Interesse einer transparenten und ungestörten Aufklärung durch die Staatsanwaltschaft Traunstein sowie im Sinne der Athletinnen und Athleten”, teilte der Verband mit. Die Situation ist für alle Beteiligten sehr angespannt.

Vorwürfe der athleten: blutentnahmen und mangelnde hygiene
Die Skibergsteiger Felix Gramelsberger und Sophia Weßling hatten die Vorwürfe öffentlich gemacht. Sie berichteten von bis zu 60 Blutentnahmen innerhalb weniger Stunden am Olympiastützpunkt Chiemgau in Ruhpolding. Zudem sollen Hygiene-Mindeststandards nicht eingehalten worden sein. Gramelsberger sprach von einer “wahnsinnigen Blutpanscherei”.

Problematische blutentnahmen: details und folgen
Den Athleten soll bis zu 60 Mal innerhalb kurzer Zeit Blut aus dem Ohrläppchen entnommen worden sein. Die Helfer sollen angeblich ihre Handschuhe zwischen den Blutabnahmen nicht gewechselt, sondern sie bei mehreren Athleten nacheinander benutzt haben. Die Verbandsleitung räumte ein, dass es nach den Tests Beanstandungen gab und Abläufe überprüft wurden.

Olympia-aus für weßling und gramelsberger
Weßling und Gramelsberger waren nicht Teil des deutschen Aufgebots für die Olympia-Premiere des Skibergsteigens in Italien. Sie gehören zwar zum DAV-Kader, wurden aber aus sportlichen Gründen nicht für den Olympia-Kader berücksichtigt. Die Vorwürfe werfen nun einen Schatten auf die gesamte sportliche Führung.

Weitere entwicklungen und reaktionen
Die ARD hat über den Fall berichtet und kritische Fragen aufgeworfen. Der DESG steht ebenfalls in der Kritik, nachdem ARD-Journalisten von einer Pressekonferenz ausgeschlossen wurden. Die Aufarbeitung des Falls wird voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen sich aus den Ermittlungen ergeben werden.
