Davos vs. zsc: die statistik lügt – wer wirklich führt, zeigt die serie nicht

1:1 steht’s, aber die Wahrheit liegt tiefer. Die ZSC Lions hätten diese Halbfinal-Serie längst entschieden, würden die Tore so fallen, wie die Chancen sie sich erarbeiten. Die Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht des HC Davos – und ein Kompliment an Torhüter Simon Hrubec, der seine Mannschaft im ersten Spiel buchstäblich am Leben hielt.

Expected goals: zürich dominiert, davos profitiert

Spiel eins: 4,15 zu 3,74 Tore erwartet – gewonnen hat Davos 4:2. Die Bündner schossen weniger, trafen mehr, dank einem Sandro Aeschlimann, der 94 % der Scheiben stoppte und 1,27 Tore „rettete“. Spiel zwei: Zürich dreht auf, die xG-Bilanz springt auf 3,48 zu 2,17. Ergebnis: 3:1 für die Lions. Diesmal folgt das Scoreboard der Statistik. Die Lehre: Wer die besseren Chancen kreiert, gewinnt nicht automatisch – aber auf Dauer wird’s eng für Davos.

Die Großchancen sprechen eine klare Sprache: 17 High-Danger-Chancen für die Zürcher nach zwei Spielen, nur acht für Davos. Bei fünf-gegen-fünf liegt ZSC in beiden Matches vorne, doch die Bündner leben von Effizienz und einem Knallhart-Defensivmodus, sobald der Puck in der eigenen Zone zirkuliert.

Depth players werden zum x-faktor

Depth players werden zum x-faktor

Während Superstars wie Denis Malgin noch auf ihren ersten Scorerpunkt warten, schlägt Chris Baltisberger aus der vierten Reihe dreimal zu – zwei Tore reichten nicht, das dritte wurde zum Gamewinner. Auf Gegenseite antwortete Simon Knak, ebenfalls Bottom-Six, mit dem 3:2 in Spiel eins. Die Botschaft: In dieser Serie zählt nicht der Name auf dem Rücken, sondern der Zeitpunkt des Schlages.

Die Kadertiefe der Lions könnte den Unterschied machen. Wenn die Top-Lines sich gegenseitig neutralisieren, entscheiden die Jungs, die sonst im Schatten stehen. Davos braucht jetzt zwei Dinge: einen erneuten Torhüter-Galavorfall und einen Depth-Player, der seine Chance erkennt – sonst droht die Serie wegzulaufen.

Die nächsten Spiele finden im Hallenstadion statt. Die Luft für Davos wird dünner, die Scheibe schneller. Die Statistik lügt selten zweimal hintereinander.