Davos am abgrund? verletzungspech droht final-traum zu versenken

Der Traum vom Finaleinzug in Davos scheint in Trümmern zu liegen. Ein katastrophales Verletzungspech, insbesondere auf der sensiblen Center-Position, lässt die Bündner in Panik geraten und Trainer Josh Holden vor eine gewaltige Herausforderung stellen.

Die center-flaute: ein strategisches vakuum

Seit Mitte Januar fehlt dem HCD der Schlüsselspieler Enzo Corvi, dessen Genesung nach einer schweren Kopf- und Nackenverletzung zäh verläuft. Sein Ausfall reißt eine tiefe Lücke im Team. „Wir brauchen die Center, ganz dringend“, betonte Holden in der Pressekonferenz – eine deutliche Ansage angesichts des bevorstehenden Halbfinales gegen die ZSC Lions. Hinzu kommt, dass auch Lemieux bislang keine Chance hatte, sich zu beweisen.

Doch die Misere geht weiter: Valentin Nussbaumer, der mit seiner Spielintelligenz und seinem Torriecher Eindruck schien, verletzte sich im Viertelfinal gegen Zug schwer am Innenband und fällt für den Rest der Saison aus. Auch das Jungtalent Rico Gredig, der gelegentlich als Center eingesetzt wurde, kämpft seit Anfang März mit seinen Problemen. Das Resultat: Holden muss sich auf eine dezimierte Auswahl an Spielern verlassen.

Nur vier Center zur Auswahl – Ryfors, Asplund, Egli und der junge Waidacher – stehen ihm im Kampf um den Finaleinzug zur Verfügung. Ein erschreckend dünnes Personal für eine so wichtige Aufgabe.

Lemieux wartet: chance oder risiko?

Lemieux wartet: chance oder risiko?

Ein Hoffnungsschimmer flackerte auf, als Brendan Lemieux im Viertelfinal gegen Zug mit fünf Punkten (ein Tor, vier Assists) brillierte und sich in die Herzen der HCD-Fans spielte. Doch in den bisherigen Halbfinalpartien gegen die ZSC Lions blieb der Kanadier vorerst unberücksichtigt. Die festen Center Ryfors und Asplund sind gesetzt, was Holden vor ein Dilemma stellt.

Soll er Filip Zadina, der ebenfalls in den letzten Spielen traf, auf die Tribüne beordern und Lemieux eine Chance geben? Die Entscheidung ist schwierig, denn die vorhandenen Ausländerplätze sind heiß umkämpft. Die Flügelspieler Stransky und Tambellini haben ebenfalls überzeugt und ihre Plätze gefestigt.

Die Niederlage im zweiten Halbfinalspiel hat den Druck auf Holden weiter erhöht. Es bleibt abzuwarten, ob der HCD mit einer veränderten Aufstellung in die nächste Partie gehen wird. Ein Faktum ist jedoch klar: Ohne eine schnelle Besserung der Personallage und eine gehörige Portion Glück wird der Final-Traum in Davos wohl enden.