David móré packt schon mal den koffer: eisenach löst das handball-rätsel

Die Katze ist aus dem Sack – und sie trägt künftig ThSV-Farben. David Móré, bisher Leihgabe der Rhein-Neckar Löwen, zieht im Sommer 2026 nach Eisenach. Der 23-jährige Linksaußen unterschreibt für zwei Jahre, kennt seinen neuen Coach Sebastian Hinze bereits aus gemeinsamen Löwen-Zeiten und liefert in einem Instagram-Clip den emotionalsten Transfer-Satz der Woche: „Diesen Monat bin ich noch zu Gast, ab Sommer bin ich ein Teil von euch.“

Die Meldung kommt pünktlich zum Saisonendspurt, in dem die Thüringer um jeden Punkt kämpfen. Für Móré ist der Schritt ein kleines Heimspiel: Er stammt aus Halle, nur 70 Kilometer entfernt, und kennt die Wartburghalle als Gegner. Nun wird er sie mit dem Ziel betreten, dort Punkte zu holen – statt sie abzugeben.

Hinze holt sich seinen lieblingsschüler

Sebastian Hinze lacht im Hintergrund. Er hatte Móré bereits in Mannheim gefördert, als der Flügel noch Nachwuchs war. „Ich habe mit ihm schon bei den Löwen zusammengearbeitet und freue mich auf einen enorm talentierten, jungen deutschen Spieler“, sagt er und betont stolz, dass es keine Kompromisse beim Transfer gab. Eisenach sichert sich damit einen Nationalspieler, der in der Rückrade bereits sieben Tore für die Löwen erzielte – und das trotz Leihstatus.

Móré selbst zeigt sich begeistert vom Teamgeist in Eisenach. „Jeder in der Liga weiß, dass es schwer ist, hier Punkte zu holen“, sagt er. Die Wartburghalle gilt als Hexenkessel, die Fans als zwölfter Mann. Genau das will er nutzen, um sich weiterzuentwickeln – und um mit dem ThSV den nächsten Schritt Richtung Tabellenmitte zu machen.

Ein transfer, der fragen offen lässt

Ein transfer, der fragen offen lässt

Während Eisenach jubelt, schweigt der Klub zu möglichen Abgängen. Vincent Büchner, der als Landin-Nachfolger gehandelt wird, bleibt ein offenes Kapitel. Auch Timothy Reichmuth verabschiedet sich – er wechselt zum Schweizer Zweitligisten HSC Suhr Aarau. Die Personalie Móré ist also erst der Anfang eines größeren Umbruchs.

Die Konkurrenz in der Liga reagiert mit misstrauischem Nicken. Eisenach hat in den letzten Jahren bewiesen, dass es mit jungen Talenten arbeiten kann – und nun holt sich der Klub einen Spieler, der in Mannheim nur selten zum Zug kam. Die Frage ist: Wird Móré zum neuen Leitwolf oder bleibt er ein Luxus-Reservist?

Für den Spieler selbst zählt nur die Gegenwart. Er will die Restsaison bei den Löwen ordentlich zu Ende bringen, dann den Umzug nach Thüringen wagen. „Ich freue mich riesig auf die Zeit in Eisenach“, sagt er – und meint es so ehrlich, dass selbst die hartgesottensten Fans im Wartburgstadion kurz aufatmen. Der Sommer 2026 rückt näher. Und mit ihm ein neues Kapitel für David Móré – und für den ThSV Eisenach.