Das knie, das die olympia-geschichte schrieb: 50 jahre handball-kalter-krieg
Ein Knie. Ein einziger Reflex. Und eine ganze Nation hielt den Atem an. Am 6. März 1976 in Karl-Marx-Stadt entschied Torwart Manfred Hofmann mit seinem linken Knie, wer bei den Olympischen Spielen in Montreal Handball spielen würde – und wer zuhause bleiben musste. Auf den Tag genau 50 Jahre ist dieses Duell zwischen BRD und DDR her, und es brennt noch immer.

Filzboden, schlafmitteln in der suppe und klassenkampf auf dem parkett
Was sich rund um diese Olympia-Qualifikation abspielte, war kein gewöhnlicher Sportwettbewerb. Es war ein politisch aufgeladenes Spektakel, das die Bruchlinien des Kalten Krieges mitten in eine Sporthalle trug. Im Hinspiel in München – 10.500 Zuschauer, Stimmung wie im Kessel – spielten die Westdeutschen plötzlich auf einem Nadelfilzboden. So etwas hatte es im Handball noch nie gegeben. Heiner Brand grinst heute darüber: „Na gut, das war auch ein Teil des Klassenkampfes, dass jeder dem anderen zutraute, ein paar linke Tricks zu machen.
