Darmstadt 98 nimmt kiel auseinander und schießt auf platz zwei

Ein Platzverweis nach 26 Minuten, zwei Tore vier Minuten später – Darmstadt 98 hat sich mit klinischer Effizienz den Aufstiegsplatz zurückgeholt. Die Hessen besiegten Holstein Kiel 2:0 und kletterten dank der siebten Heimserie in Folge auf Rang zwei der 2. Bundesliga.

Kiels selbstmord beginnt mit müllers rot

Marcus Müller rutschte, traf Luca Marseiler mit vollem Körpereinsatz, Referee Bastian Dankert zückte Gelb-Rot – und das Spiel platzte. Bis dahin hatten die Norddeutschen noch gedrückt, Andu Kelati vergab in Minute vier die Riesenchance. Doch mit einem Mann weniger verloren die Kieler jegliche Ordnung. Florian Kohfeldt reagierte sofort, stellte auf Dreierkette um und schickte Isac Lidberg als einzige Spitze. Die Antwort folgte postwendend: Marcel Schuhen schlug einen langen Ball, Lidberg legte mit der ersten Berührung ab, mit der zweiten traf er zum 13. Saisontor – erstmals seit dem 18. Januar wieder erfolgreich.

Niklas Schmidt, erst im Winter aus Toulouse ausgeliehen, vollendete vier Minuten später mit seinem ersten Treffer im Darmstadt-Trikot. Die Böllenfalltor-Kurve tobte, Kiel brach ein. Tim Walter, zurück an der Seitenlinie, schüttelte nur den Kopf. Seine Mannschaft wartet nun seit sieben Partien auf einen Sieg und rutschte auf den Relegationsplatz 16 ab.

Heimstärke als aufstiegsgarant

Heimstärke als aufstiegsgarant

Darmstadt blieb in dieser Saison im Stadion noch ungeschlagen, die Serie hält bei 13 Heimspielen ohne Niederlage. Die Zahren lügen nicht: 29 Punkte holten die Hessen vor eigenem Publikum, nur Hamburg ist da effizienter. Kohfeldt betonte nach Abpfiff: „Wir haben die Überzahl clever ausgespielt, nicht mit offener Brust, sondern mit Ruhe.“ Genau diese Ruhe fehlt Kiel in der Schlussphase – und genau diese Ruhe könnte Darmstadt am Ende den Aufstieg bescheren.

Der Blick auf die Tabelle: Darmstadt liegt zwei Punkte vor dem drittplatzierten HSV, hat aber ein Spiel mehr absolviert. Die Saison ist noch lang, doch wer so souverän seine Heimspiele nutzt, der spielt sich in die Köpfe der Konkurrenz. Kiel muss dagegen um den Klassenerhalt zittern – und die Ligareise geht weiter. Nächste Woche wartet Schalke, dann wird wieder gezittert. Darmstadt dagegen reist als Verfolger nach Kaiserslautern – mit dem Selbstvertrauen eines Aufstiegsaspiranten.