Dallmann bleibt: bayern bindet ihre revanche-queen bis 2027

Linda Dallmann unterschreibt, obwohl sie vor neun Monaten schon halb in Lissabon war. Der FC Bayern hält seine Revanche-Queen, weil sie unter José Barcala wieder zu der Spielerin wurde, die Slowenien mit zwei Assists in Trümmer legt und danach einfach nur lächelt.

Warum der transfer-coup keiner ist

Warum der transfer-coup keiner ist

Die Verlängerung klingt nach Routine, ist aber ein Seismograph für den Frauenfußball in München. Nach der Trennung von Alexander Straus drohte dem Rekordmeister ein Exodus: Grohs, Padilla-Bidas, Simon – alle ohne Konkretisierung. Dallmann war die erste, die Nein sagte zu dem Gedanken, dass Barcala nur eine Zwischenlösung sei. „Sie hat den Weg der vergangenen Jahre entscheidend mitgeprägt“, sagt Bianca Rech und meint damit nicht vier Meisterschaften, sondern die Art, wie Dallmann sich in die Geschichtsbücher schreibt: mit 14 Starts, sechs Toren, fünf Vorlagen – und mit einem Gesicht, das nach jedem Tor aussieht, als hätte sie es sich selbst geschuldet.

Die Zahlen täuschen. Ihre wahre Leistung misst sich in Metern, nicht in Toren: in die Räume, die sie gegen Hamburg noch vor dem Pass erobert, in die Gegenbewegungen, die sie initiiert, wenn Gegner glauben, Bayern würde nur über die Außen spielen. Barcala baut sie als Zehner auf, aber auch als Rechtsverteidigerin im 4-2-3-1-Notfall. Dallmann sagt das nicht, man sieht es. Ihre Körpersprache ist ein Dauerfeuer, das Padilla-Bidas oder Simon hinter sich spüren.

Was der klub jetzt verhindern muss

Die Kapitulation wäre ein Domino-Effekt gewesen. Hätte Dallmann den Portugiesinnen zugestimmt, wäre Barcalas Kaderplanung ein Scherenschnitt ohne Mittelfeld-Versieglung. Stattdessen steht jetzt ein Signal: Wer zweifelt, fliegt – wer bleibt, bekommt ein Konzept. Grohs und Padilla-Bidas müssen sich bis April entscheiden, ob sie Teil davon sein wollen oder zu den Klubs wechseln, die schon Anfrageformulare in den Daten versenden.

Für Dallmann ist es das achte Jahr in Rot, aber das erste, in dem sie nicht mehr nur Dinslakenerin ist, sondern Münchnerin. Sie trainiert nach wie vor mit dem Ball, den sie als Kind durch die Gänge des TSV Pelkum trug. Nur dass sie ihn jetzt in der Allianz Arena trägt – und bis 2027. Wer sie fragt, warum, bekommt keine Marketing-Floskel. Stattdessen ein Zitat aus dem Hambunder Viertelfinale: „Ich habe hier was zu reparieren.“ Noch sind drei Personalien offen. Aber das wichtigste Puzzlestück liegt bereits in der Schublade: unterschrieben, abgestempelt, revanchiert.