Dalic wirft modric-kritikern den ball vor die füße
Zlatko Dalic hat es satt. Nach dem 2:1 gegen Kolumbien dreht der kroatische Bondscoach die Spielformel um: Er schiebt die Entscheidung nicht mehr zu seinem Kapitän, sondern zu denen, die Luka Modric seit Monaten abschreiben.

„Luka weiß selbst am besten, was er kann“
Die Worte klingen wie ein Seitenhieb gegen Medien und Fanforen, die den 40-Jährigen schon in Rente sehen. „Er ist unser Anführer, unser Leitwolf, unser Regisseur“, sagt Dalic in der Mixed Zone von Miami und lässt die Stimme einen Halbton tiefer werden. „Wer ihn zählt, zählt sich selbst aus.“ Die Statistik liefert ihm sofort Munition: Drei Ballgewinne im Mittelfeld, 94 Prozent Passquote, eine Vorarbeit – alles in 63 Minuten.
Doch die Frage bleibt knallhart: Hält Modric bis zur WM 2026 durch? Dalic weicht nicht aus. „Er wird uns zeigen, wann es reicht. Ich habe aufgehört, ihn zu fragen. Jeden Morgen schickt er mir eine WhatsApp mit seinem GPS-Datenblatt. Die Werte sind besser als bei unseren 22-Jährigen.“
Der Coach schmunzelt, aber sein Blick bleibt stahlern. „Wir bauen keine goldene Kutsche für ihn. Er baut sie selbst. Und wenn er einsteigt, fährt die ganze Mannschaft mit.“
Das klingt nach Abschied auf Raten, doch Dalic versiegelt nichts. „Solange seine Beine schneller denken als die Köpfe der Gegner, bleibt er nominiert.“ Eine Drohung an die Konkurrenz – und ein Versprechen an Modric: Selbst wenn der Weltfußballer von 2018 irgendwann nur noch 15 Minuten gibt, sind das 15 Minuten, die Gegner in den letzten zehn Jahren gelernt haben zu fürchten.
Die WM 2026 rückt näher, die Hitze in Nordamerika wird gnadenlos. Dalic hat bereits angeordnet, dass jedes Training nach 11 Uhr unterbrochen wird – für Modric‘ Erholung, nicht für seine. „Wer ihn schon drei Mal für tot erklärt hat, sollte vielleicht einfach aufhören, sich zu irren.“
Fakt ist: Mit Modric auf dem Platz hat Kroatien die letzten 15 Länderspiele nicht verloren. Ohne ihn kassierte man in der gleichen Phase acht Gegentore aus Konterlagen. Die Zahl spricht für sich – und Dalic lässt sie wirken. „Wenn Luka geht, geht eine Ära. Aber er bestimmt selbst, wann der Vorhang fällt.“
