Cunningham weg: pistons verlieren ihren motor für mindestens acht spiele

Die Detroit Pistons müssen vorerst auf ihren All-Star verzichten: Cade Cunningham erlitt einen Pneumothorax am linken Lungenflügel und fällt mindestens zwei Wochen aus. Der 24-Jährige kollidierte am Dienstag in Washington mit Wizards-Guard Tre Johnson und konnte das Spiel nicht mehr fortsetzen.

Zunächst nur rückenkrämpfe vermutet

Die erste Diagnose der Klubärzte klang harmlos: Muskelverspannung in der Lendenwirbelsäule. Doch die Nacht brachte Klarheit. CT und Röntgen enthüllten die Luft zwischen Lunge und Brustkorb – ein klassischer Spontanpneumothorax, wie er auch bei jungen, schlanken Athleten vorkommt. Die Pistons revidierten ihre Meldung binnen 24 Stunden.

Die Folge: Cunningham verpasst mindestens acht Partien, davon sechs innerhalb der Conference. Detroit führt momentell die Eastern Conference mit 48–18 und kann sich den Luxus einer Niederlagenserie nicht erlauben. Trainer J.B. Bickerstaff muss nun seinen Rotation umstellen: mehr Minuten für Jaden Ivey, mehr Kreativlast für Bojan Bogdanović, mehr Verteidigungsarbeit für Ausen Thompson.

Die zahlen, die wehtun

Die zahlen, die wehtun

Cunningham liegt bei 24,8 Punkten, 7,1 Assists und 6,2 Rebounds pro Spiel. Er erzielt 31 Prozent der Field Goals, wenn die Shot-Clock unter fünf Sekunden tickt – kein Kollege trägt so viel Last in clutch-Situationen. Ohne ihn sackt die Offensive-Rating von 118,4 auf 108,2. Die Pistons gewannen bisher 78 Prozent der engen Spiele (≤5 Punkte Differenz), weil Cunningham in der Schlussminute traf – jetzt fehlt der entscheidene Pfeil im Köcher.

Der Zeitplan zeigt keine Gnade: Die nächsten Gegner heißen Celtics, Bucks und Knicks. Drei Teams, die Detroit in den letzten Playoffs das Leben schwer machten. Verliert die Mannschaft zwei der drei Partien, rutscht sie auf Platz drei und verliert möglicherweise Home-Court-Vorteil im ersten Rundenspiel.

Reha-protokoll: keine magie, nur geduld

Ein Pneumothorax heilt nicht durch Ice-Baths oder Elektrostimulation. Cunningham muss abwarten, bis die Luft vollständig resorbiert ist. Er darf nicht fliegen, kein Krafttraining mit erhöhtem Druck, kein Kontakt. Die medizinische Abteilung plant tägliche Ultraschallkontrollen. Erst wenn die Lunge vollständig entfaltet bleibt, darf er langsam laufen – geschweige denn dribbeln.

Die psychische Komponente unterschätzen viele. Cunningham verlor 2021 bereits sein Rookie-Jahr an eine Stressfraktur im Bein. Jetzt wieder Zwangspause, wieder Fernsehen statt Feld. Die Franchise hält ihn mit Mental-Coach und Videoanalysen bei Laune, doch der Spieler schrieb auf Instagram lediglich vier Worte: „I’ll be back soon.“

Markt bebt – doch kein trade

General Manager Troy Weaver telefonierte in den letzten 48 Stunden mit sieben Agenten – nicht, um Cunningham zu ersetzen, sondern um Nachschub für die Bank. Ein Scoring-Guard soll kommen, aber kein Top-Name, der die Chemie stört. Die Deadline ist vorbei, also bleibt nur der Buy-Out-Markt. Namen wie Spencer Dinwiddie oder Gary Harris kursieren, doch intern gilt: „Wir vertrauen unseren Jungs“, so ein Staff-Mitglied.

Die Fans reagierten mit gemischten Gefühlen. Auf Reddit kursiert ein Meme, das Cunningham in einer Glasvitrze zeigt – „Break only in May“. Die Botschaft: Er soll gesund werden, wenn es wirklich zählt. Denn die Conference-Finals sind erst in acht Wochen. Genug Zeit, um Luft zu holen – buchstäblich.

Die Pistons haben in dieser Saison schon bewiesen, dass sie auch ohne Star gewinnen können. Sie haben die zweitbeste Defense der Liga und einen 10-Mann-Rotationsturbo. Aber sie haben auch bewiesen, dass sie in den letzten fünf Minuten ohne Cunningham plötzlich stottern. Die kommenden 14 Tage werden zeigen, ob Detroit bereit ist, die Krone zu verteidigen – oder ob der Lungenkollaps den Playoff-Traum schon vor dem Frühling einbremst.