Cuesta zieht bernabé-knall vor torino-show: parma ohne leitwolf, britschgi zurück
Carlos Cuesta muss auf Bernabé verzichten – das gab der Parma-Trainer gestern in Florenz knallhart 48 Stunden vor dem Top-Spiel beim FC Turin bekannt. Die Entscheidung fällt spät, sie fällt hart. Der spanische Mittelfeldstratege, Herzstück der dritten Saisonhalbzeit, laboriert an einer Oberschenkelblessur, die ihn mindestens bis zur Länderspielpause außer Gefecht setzt.
Der blick nach vorn: britschgi zurück, cremaschi auf achse
Doch Cuesta kocht nicht nur mit Wasser. «Wir bekommen Britschgizurück, er ist einsatzbereit», sagt er mit dem Ton eines Mannes, der weiß, dass seine Elf in Turin nur eine Gangart kennt: Vollgas. Auch der 19-jährige Primavera-Juwel Mena reist mit, soll Feuer unterm Kessel machen. «Er hat Trainingsarrest auf der Position des fünften Verteidigers absolviert und sich reingefuchst», schwärmt Cuesta. Das ist kein Loblied, das ist ein Statement: Wer sich anbietet, spielt.
Die Stimmung im Camp ist trotzdem angespannt. Parma hat in den letzten fünf Partien nur einmal gewonnen, der Abstand zu Lazio schmilzt. Cuesta kontert mit Zahlen: «Wir haben 32 Sprints pro Spiel mehr als jede andere Mannschaft der unteren Tabellenhälfte.» Die Botschaft: Wer so läuft, darf auch mal remisieren.

Torino-trickfilm: so will cuesta den bullen zähmen
Der Gegner ist frisch verheiratet mit Paolo Vanoli, dem Ex-Assistenzcoach von Antonio Conte. Cuesta erwartet «ein vertikales, aggressives Torino, das uns in die Tiefe drängen will». Seine Gegenmaßnahme: frühes Pressing, dichtes Mittelfeld, schnelle Umschaltmomente. «Wir müssen die Partie dorthin tragen, wo wir sie haben wollen – zwischen die Linien, in die Halbräume, wo Cremaschi und Sohm die Knoten lösen.»
Die Tor-Frage? Cuesta lächelt nur. «Suzuki oder Corvi? Wissen Sie, ich antworte nicht auf Fragen, die meine Startelf vor dem Frühstück verraten.» Fakt ist: Beide Keeper haben in dieser Saison zusammen 73 Prozent der möglichen Punkte geholt. Die Entscheidung fällt heute Abend in der Kabine – per Handschlag.

Die klinge der statistik
Parma erzielte in dieser Saison erst zwei Gegenstoßtore aus der eigenen Hälfte. Cuesta nimmt die Latte selbst hoch: «Wir wollen nicht länger nur die Mannschaft sein, die den Ball laufen lässt. Wir wollen ihn auch in die Maschen jagen.» Die letzten beiden Trainingseinheiten waren deshalb geprägt von Sprintfolgen mit Ball, 3-gegen-2-Überzahlspielen und einer einzigen Parole: «Torino ersticken, bevor es Luft holt.»
Am Sonntag um 15 Uhr geht’s im Olimpico los. Für Parma zählt nur ein Ergebnis, sonst rückt die Lazio-Haftung näher. Cuesta hat seinen Satz gesagt: «Wir fahren nicht nach Turin, um zu schauen. Wir fahren, um zu beissen.» Wer das Spiel verliert, bekommt Osterferien auf Platz 14. Wer gewinnt, darf weiter vom Europa-League-Traum träumen.
