Crystal palace: vom wembley-glück zum conference-fiasko!

Ein Triumph, der im Sande verlief: Crystal Palace stand im Mai 2025 nur wenige Augenblicke vor dem europäischen Fußballerfolg, doch ein komplizierter Deal mit dem französischen Olympique Lyon riss dem Verein den Traum jäh aus der Hand. Heute, im Leipziger Pancho Arena, treffen Palace und Rayo Vallecano im Finale der Conference League aufeinander – ein Aufeinandertreffen zweier Teams, die eigentlich hier nicht hingehören.

Der schatten des besitzers: textor und die uefa-regeln

Die Geschichte beginnt mit dem FA Cup-Finale gegen Manchester City, das Eberechi Eze mit einem fulminanten Treffer zugunsten von Palace entscheiden konnte. Selhurst Park tobte, ein historischer Moment für den Verein. Doch die Freude währte nicht lange. Nur drei Wochen später verkündete die UEFA, dass der Ticket zur Europa League ungültig sei. Der Grund: John Textor, der amerikanische Milliardär, der 2021 einen Anteil von 43 Prozent am Crystal Palace erworben hatte, kontrollierte gleichzeitig 93 Prozent des Olympique Lyon, das in der Vorsaison für die Europa League qualifiziert war. Ein klarer Verstoß gegen Artikel 5 der UEFA-Regularien, der besagt, dass eine Einzelperson keinen entscheidenden Einfluss auf mehr als einen europäischen Verein haben darf.

Die UEFA-Kontrollinstanz entschied am 11. Juli: Lyon zieht in die Europa League ein, Palace muss sich mit der Conference League begnügen. Nottingham Forest, dessen Eigentümer Evangelos Marinakis (der die UEFA bereits gewarnt hatte), erhielt stattdessen den Platz in der Europa League, der Palace eigentlich zustand. Steve Parish, der Chairman von Crystal Palace, sprach von „einer der größten Ungerechtigkeiten, die jemals im europäischen Fußball vorgekommen sind.“ Der Verein legte Einspruch beim CAS ein, doch das Tribunal wies den Fall nach einem zehntenstündigen Verfahren ab. Die Begründung war hart: Es müsse nicht bewiesen werden, dass Textor tatsächlich interveniert habe, es reiche aus, dass er die Möglichkeit dazu gehabt hätte.

Die verkaufte Seele: Eberechi Ezes Abschied

Die Situation eskalierte weiter. Palace startete seine erste Europäische Kampagne seit 1998 – die Intertoto-Pokal-Teilnahme wird kaum gewertet – unter einem Regenbogen aus Buhrufen und Anti-UEFA-Chören. Jean-Philippe Mateta erzielte das erste kontinentale Tor des Clubs gegen Fredrikstad. Doch der Glanz der europäischen Nächte wurde getrübt: Eberechi Eze, der Held des FA Cup-Finales, wechselte an diesem Tag für 67 Millionen Pfund zu Arsenal.

Glasners rematch: von der niederlage zum triumph

Glasners rematch: von der niederlage zum triumph

Unter der Leitung von Oliver Glasner, der seinen Abschied am Ende der Saison bereits angekündigt hatte, entwickelte sich Palace zu einer überraschend effizienten Mannschaft. Zrinjski Mostar, AEK Larnaca (nach Verlängerung), Fiorentina (4:2 in der Gesamtwertung) und Shakhtar Donetsk (5:2) wurden ausgeschaltet. Ismaïla Sarr, der senegalesische Flügelspieler, der im Sommer für 15 Millionen Euro von Marseille kam, wurde zum gefürchteten Torjäger des Turniers mit neun Toren. Sein Tor nach nur 21 Sekunden gegen Shakhtar in Krakau war das schnellste Tor in der Geschichte der Conference League.

Heute treffen sich Crystal Palace und Rayo Vallecano im Leipziger Pancho Arena. Zwei Vereine aus der Nachbarschaft – einer aus dem Süden Londons, der andere aus Vallecas – die eigentlich nicht hier stehen sollten, zumindest nicht in derselben Konkurrenz. Palace, weil sie zu weit für ihre Verhältnisse gekommen sind. Rayo, weil ihre Geschichte dieses Szenario nicht zuließ. Glasner sucht den Titel, um seine Ära abzurunden; Iñigo Pérez, mit 38 Jahren, sucht die Bestätigung. Ein Finale, das Palace nicht spielen sollte, das sie aber dennoch gewinnen kann. Denn manchmal schreibt der Fußball die unglaublichsten Geschichten – und manchmal gewinnt der Underdog.