Crespo zückt den pinsel: lautaro ist das gemälde, das inter meister werden lässt
Mailand – Drei Tage nach der 5:0-Gala gegen Rom flattert durch die Corso Vercelli: Hernán Crespo hat den Pinsel geschwungen und laviert sein Lieblingsbild neu. „Lautaro ist kein Spieler, er ist ein Zustand“, sagt der argentinische Ex-Weltklassestürmer, seit Tagen ohne Anstellung und voller Sehnsucht nach Rasengeruch. „Den Zustand ‚Toro fit‘ hat Inter endlich wieder erreicht – und sieht plötzlich aus wie ein Meister.“
Ein tor, zwei bewegungen, null zweifel
Crespo hat das erste Tor gegen Rom nicht einmal in Zeitlupe brauchen. „Thuram zieht innen, Lautaro startet außen. Er sieht den Ball nicht, er spürt ihn. Drei Schritte, Kopf oben, Knie einsatzbereit – das ist kein Lauf, das ist ein Kompass.“ Der ehemalige Trainer von São Paulo schlägt mit flacher Hand gegen die Tischkante. „Solche Stürmer gibt es nur, wenn der Hunger größer ist als das Gehalt.“
Die Zahlen untermauern die Leidenschaft: Seit Lautaro nach seiner Oberschenkelzerrung wieder 90 Minuten durchsteht, holte Inter 16 von 18 Punkten. Ohne ihn: zwei Siege, zwei Niederlagen, ein Torverhältnis wie ein schlechter Scherz. „Das ist keine Statistik, das ist ein Geständnis“, sagt Crespo und grinst schief. „Die Gegner wissen es, die Mitspieler fühlen es, die Kurve singt es. Ohne Toro wird aus Inter eben Interrogativo.“

Warum das aus in der champions league ein lautaro-drama war
Im Rückspiel gegen Bodø/Glimt saß der Kapitän auf der Tribüne – und das Spiel platzte wie ein Luftballon. „Keine Schuld von Chivu, keine des Klubs“, erklärt Crespo. „Aber Fußball ist ein Spiel mit Geheimnissen. Geheimnis Nummer eins: Der Gegner fürchtet sich vor dem, der Tore erzwingt, nicht vor dem, der Tore erwartet.“
Die Scudetto-Kurve zeigt nach oben, sieben Spieltage vor Schluss schon sieben Punkte Vorsprung. „Das ist kein Polster, das ist ein Lautaro-Kissen“, sagt der Argentinier und lacht laut. „Solange er läuft, träumt Mailand. Und solange Mailand träumt, rennt der Toro.“
