Cremoneses letzter strohhalm: fiorentina kommt – ohne sieg droht das aus

14 Spiele ohne Dreier, ein verschossener Elfmeter in Lecce, jetzt steht der FC Cremonese vor dem nächsten Endspiel: Montag um 20.45 Uhr empfängt er die Fiorentina, nur einen Zähler besser platziert. Verlieren die Grau-Roten, könnte der Abstand auf die rettende 17. Position auf fünf Punkte anschwellen – bei noch acht zu spielenden Partien.

Nicola setzt auf rückkehrer und einen bosnier

Trainer Davide Nicola kann nach dem Debakel in Apulien wenigstens auf Leonardo Terracciano bauen: Der Außenverteidiger ist nach Gelb-Sperre wieder dabei und schließt die klaffende Lücke auf der Rechten, die zuletzt mit Emanuelle Bianchetti gestopft wurde. Das Experiment hielt 90 Minuten, dann zerbrach es am Milan-Angriff. Die Alternative, Innenverteidiger Tommaso Barbieri als flacher Viererkette-Rechter zu stellen, endete in einem offenen Drahtseilakt ohne Netz.

Mittelstürmer Daniel Ciofani fällt gelbgesperrt aus, dafür rückt Vedad Ibisevic in den Fokus. Der 38-jährige Bosnier kam in Lecce als Joker und könnte jetzt von Beginn an durchstarten. Seine Kopfballstärke passt zu Nicolas Plan B: lange Bälle auf Ibisevic, Zweikampf, Nachsetzer von Leonardo Sernicola oder Frank Tsadjout. Eine Notlösung, doch in der Krise zählt nur der Effekt.

3-5-2 Bleibt grundgerüst – pezzella fehlt

3-5-2 Bleibt grundgerüst – pezzella fehlt

Obwohl das 4-4-2 in Lecce die beste Phase brachte, wird Nicola wohl auf seine bewährte Dreierkette zurückgreifen. Der Grund: links außen fehlt der gesperrte Matias Pezzella, dafür rückt Paolo Ghiglione vor. In der Zentrale laufen Charles Pickel und Pablo Galdames zur Höchstform auf, weil vor ihnen mit Cristian Buonaiuto und Felix Afena-Gyan zwei Flügelstürmer stehen, die auch verteidigen müssen.

Die Fiorentina reist ohne Cup-Stress. Vincenzo Italiano rotierte in der Europa-League-Auswärtsniederlage in Basel – genau deshalb dürfte Nicolas Gonzalez und Arthur Cabral am Montag randvoll Dampf haben. Cremoneses Problem: Die letzten fünf Heimspiele gegen die Violets endeten allesamt ohne Sieg, vier davon mit Gegentoren.

Die Stimmung im Grenzstadion „Giovanni Zini“ kippt schnell. 12.500 wollen ein Signal setzen, doch die Spieler spüren: Ein Rückstand könnte die Kurve verstummen lassen. Deshalb predigt Nicola seit Tagen den Schnellstart: „Wir müssen die Zweikämpfe gewinnen, bevor die erste Flanke kommt. Wer zuerst trifft, befreit den Gegner aus der Reserve.“

Der countdown läuft

Der countdown läuft

Die Rechnung ist gnadenlos: Bei einer Niederlage würde Cremonese auf 15 Punkte rutschen, die Fiorentina auf 18 davonziehen. Dann wäre selbst der direkte Vergleich (0:0, 1:2) kaum noch aufzuholen. Die Serie A hat noch acht Spieltage, danach entscheidet sich, wer 2024/25 in der zweiten Liga plant. Für Nicola wäre es die dritte Demotion innerhalb von fünf Jahren – ein Makel, den er sich nicht selbst verpassen will.

Kick-off Montag, 20.45 Uhr, live auf DAZN. Wer den ersten Befreiungsschlag verpasst, darf sich auf den zweiten nicht mehr verlassen.