Crash bandicoot zerstörte zé robertos traum bei real madrid
Ein Videospiel zerstörte den Traum von Zé Roberto bei Real Madrid. Der Brasilianer flog nach vier Monaten raus – weil er nachts Crash Bandicoot spielte und tagsüber zu dick fürs Training war.
Statt santiago bernabéu: playstation und kekse
Der Wechsel 1997 hätte die Karriere des damals 22-Jährigen katapultieren sollen. Er kam, sah – und versank im Binge-Gaming mit seiner frisch angetrauten Ehefrau. „Wir zockten bis vier Uhr morgens, aßen Tonnen von Keksen und vergaßen, dass ein Klub für 6 Millionen Dollar auf mich geboten hatte“, sagte er jetzt der brasilianischen Zeitung „El Globo“.
Die Folge: dunkle Ringe unter den Augen, fünf Kilo mehr auf den Hüften, keine Sprintkraft mehr. Die Fitnessabteilung schlug Alarm, Trainer Heynckes stellte ihn auf die Tribüne. Im Winter ging es zurück nach Rio, die weiße Festung hatte ihn verschluckt.

Von madrid nach leverkusen: die zweite runde
Der Abschied war keine Karrierebeerdigung, sondern ein Neustart. Bei Bayer Leverkusen schaffte er sich eine PlayStation 2 – und stellte die Uhr auf maximal eine Stunde Gaming pro Tag. Vier Jahre später zog er mit den Werkselfen ins Champions-League-Finale ein, 2002 holte ihn Hitzfeld zu den Bayern.
Die Lehre: „Technik ist kein Freund, wenn du Profi sein willst“, sagt Zé Roberto heute. Mit 43 beendete er eine 23-jährige Laufbahn, in der er 800 Pflichtspiele absolvierte und in Deutschland zur Legende wurde. Crash Bandicoot blieb in Madrid – der Brasilianer kam weiter, nur ein paar Kilo leichter und ein ganzes Stück klüger.
