Corinne suter jagt kvitfjell-revanche – ihre zeit schreit nach gold

Das war keine Runde zum Ankommen, das war eine Ansage. Corinne Suter preschte beim Auftakttraining in Kvitfjell auf Rang drei, nur hinter Olympiasiegerin Breezy Johnson und der Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie. Die Schwyzers Fuß kommt wieder. Die Frage ist nur: reicht ihr Speed, um sich die letzte Abfahrt des Winters zu krallen?

Die verletztenliste schmerzt – suter bleibt kalt

Während Wendy Holdener, Michelle Gisin und Lara Gut-Behrami in den Seilen hängen, liefert Suter Antworten auf der Piste. 1,3 Sekunden fehlten auf Johnson, 0,9 auf Vickhoff Lie – ein Rückstand, der sich im Finale noch wegdiskutieren lässt. Die 29-Jährige fuhr aggressiv, ließ die Hüften durch die Kanten rollen und nahm die Sprünge flacher als je zuvor. „Ich hab nichts zu verlieren“, sagte sie danach, ohne Atem zu holen.

Dahinter wird es dünn. Jasmine Flury landete auf Rang 19, Malorie Blanc auf 22, Janine Schmitt folgte mit einem Rückstand von fast fünf Sekunden. Die drei Schweizerinnen kämpfen mit Material, mit Sicht, mit sich selbst. Flury tauschte nach dem ersten Durchgang noch Ski, Blanc ließ die Stöckelängen checken – verbessern konnte sich niemand. Die Bilanz: eine Nation hofft auf eine Läuferin.

Emma aicher spielt poker – shiffrin läuft sturm

Emma aicher spielt poker – shiffrin läuft sturm

Die einzige, die im Gesamtweltcup noch Mikaela Shiffrin ärgern kann, blieb im Verborgenen. Emma Aicher fuhr gemächlich, verzichtete auf Risiko, sparte sich die Kanten für Samstag. 2,1 Sekunden Rückstand lesen sich wie ein Tipp an die Konkurrenz: „Ich bin noch da.“ Shiffrin selbst mischte nicht mit, sie reiste erst am Abend an – und wird trotzdem mit Startnummer eins ins Ziel donnern.

Die Wetterlage spielt mit: Sonne, hartes Granulat, keine Aufweichung bis zum Rennen. Das bedeutet: Wer morgen zuerst geht, bestimmt das Tempo. Suter startet mit Startnummer sieben – ein Kompromiss zwischen Sonne und Schatten. „Ich nehme die Spur mit, egal wie“, sagte sie, während sie die Ski in die Wachskiste legte. Die letzte Abfahrt des Winters wird zur Abrechnung.

Um 11.30 Uhr Ortszeit fliegt das Startsignal. Dann zählt nur noch, wer die größte Risikobereitschaft mitbringt. Die Zeichen stehen auf Angriff – und Suter hat nicht vor, sich erneut mit Bronze zufriedenzugeben.