Corboz rettet arminia mit 90-minuten-elfmeter das 2:2 im ostwestfalen-derby
Maël Corboz schoss den Ball ins rechte Eck, die Nordkurve explodierte und Arminia Bielefeld atmete auf. 2:2 gegen SC Paderborn, sieben Minuten Nachspielzeit, ein Derby, das sich gewaschen hatte. Die 26. Zweitliga-Runde lieferte das, was Ostwestfalen erwartet: Feuer, Wut, zwei aberkannte Treffer, zwei echte und am Ende ein Punkt, der für Bielefeld wie ein Sieg, für Paderborn wie ein K.o. klingt.
Rauchschwaden statt anpfiff – pyro verzögert den kick-off
13:00 Uhr, eigentlich Anstoß. Doch auf dem Rasen liegt dichter Nebel – kein Wetterphänomen, sondern Paderborns Anhang, der die Choreo mit Bengalos übertrieben hatte. Der Schiedsrichter schickt beide Teams zurück in die Kabine, die Ordner rennen mit Luftblasfolien über den Platz, um den Qualm zu vertreiben. Kurz nach 13:07 Uhr geht’s los – und bis zur 10. Minute sieht es nach einem glatten Favoritensieg aus. Bilbija nutzt einen Patzer von Sarenren Bazee, netzt ein, doch die Fahne geht hoch. Curda stand in der Schneise, Abseits, „Scheiß DFB“ donert durchs Stadion.
Arminia antwortet mit Konter-Handwerk. Momuluh rupft drei Gegner aus, Sicker flankt, Grodowski dreht sich 180 Grad und köpft zur 1:0-Pausenführung. Die Arena tobt, Paderborn wirkt kurz entnervt, aber nicht fertig.

Druckphase der gäste – marino trifft doppelt
Dass der SCP nach der Pause aufläuft, war angekündigt. Lukas Kwasniok stellte auf 3-4-3 um, ließ die Außenverteidiger bis zur Grundlinie vordringen. Ergebnis: 70 Prozent Ballbesitz, Dauereinwürfe, Ecken, Schüsse. In der 53. Minute patzt Bazee erneut, Curda legt quer, Marino schlenzt das Leder abgefälscht zum Ausgleich. Neun Minuten später dieselbe Seite: Obermair schickt Baur, Marino stochert das 2:1 über die Linie. Bielefeld taumelt, die eigene Fanszene verstummt, nur das Gästeblock-„Olé“ hallt durch die Alm.
Doch Arminia schlägt zurück. Coach Uwe Koschinat wechselt doppelt, bringt mit Hack und Okugawa frische Beine für die Außenbahn. Die Hausherren lassen das Mittelfeld enger werden, Paderborns Spiel verliert an Tempo. In der 82. Minute prallt ein Schuss von Okugawa an den Pfosten, die Kugel springt auf die Linie – aber nicht drüber. Die Stimmung kippt wieder, die Schlagzeilen schreiben sich schon: „Paderborn erstmals seit 2023 wieder Tabellenführer“.

Corboz bebt, der ball zittert – elfmeter in der 90.
Dann die Szene, die spätestens morgen jede Lokalzeitung führt: Paderborn-Keeper Huth kommt bei einer Ecke zu spät raus, foult Bielefelds Masaya Okugawa mit dem rechten Ellbogen. Videoschiedsrichter Michael Bacher greift ein, der Punkt ist fällig. Corboz legt sich die Kugel hin, atmet dreimal tief durch, sprintet an, verlädt Huth – 2:2. Die Uhr zeigt 90+3, die Partie ist gedreht.
In den restlichen sieben Minuten jagt eine Emotion die nächste: Paderborn will den Sieg, Bielefeld den Lucky Punch. Doch es bleibt beim Remis, das die Tabelle in zwei Lager spaltet: Für den SCP bedeutet es Stagnation auf Rang drei, für Arminia einen Abstand von vier Punkten zum Relegationsplatz. Nächster Schritt: Samstag 13 Uhr, Bielefeld in Elversberg, Paderborn gegen Dynamo Dresden. Dort zählen dann wieder 90 Minuten, kein Pyro und keine Schiedsrichter-Debatten – nur Punkte.
