Coppa italia: como fordert inter heraus – drama am lago lockt

Der Pokal schreibt ihre wildesten Geschichten am Comer See. Am Dienstagabend tritt der FC Como mit Cesc Fàbregas als Regisseur gegen den Serienmeister Inter an – und das, nachdem die Lombarden in dieser Saison schon Fiorentina und Napoli aus dem Wettbewerb warfen. Anpfiff 21 Uhr, Stadio Sinigaglia, Eintritt frei für die Hoffnung.

Fàbregas’ wundertüte gegen inters pokalmaschine

Elf Jahre nach seinem letzten italienischen Cup-Triumph als Spieler steht der Spanier nun an der Seitenlinie und muss eine 3-5-2-Defensive knacken, die in dieser Spielzeit erst zwei Gegentore kassierte. Die Zahlen sprechen klar: Inter gewann neun Mal die Coppa Italia, zuletzt 2023. Como stand noch nie im Finale. Der Bruch zwischen Tradition und Underdog-Sehnsucht ist somit Programm.

Schiedsrichter Marco Di Bello hat die Partie unter seinesgleichen schon als „Spiel mit offenem Ende“ bezeichnet. Mit ihm an der Linie: Assistenten Peretti und Colarossi, VAR-Mann Mazzoleni. Alles Routine, doch in der 23. Minute wird die Luft dünner. Dann nämlich hat Inter in dieser Saison 40 % seiner Cup-Tore erzielt. Statistik oder Selbstläufer? Keine Frage, Simone Inzaghi wird seine Startelf rotieren. Pavard und Bastoni sollen die Rumpelfront sichern, doch die echte Bombe heißt Marko Arnautović. Der Wiener traf in den letzten fünf Pflichtspielen viermal – und schießt gerne gegen Ex-Teamkollegen aus seiner Lazio-Zeit.

Der lange weg der larianer: vom maradona bis nach mailand

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Comos Pokalreise liest sich wie ein Roadmovie. Zwölf Stunden Busfahrt nach Bozen, Elfmeter-Krimi gegen Südtirol. Dann Sassuolo, Fiorentina, schließlich der Coup im Diego-Maradona-Stadion: 0:0, 5:4 i. E. gegen Napoli. Torhüter Pierre Bolchini wurde zum Helden, parierte zwei Elfmeter. Seine Fangquote von 31 % in der laufenden Saison ist Liga-Topwert. Nun soll auch Samir Handanovićs Nachfolger Onana ähnlich leiden.

Doch es gibt einen Haken: Como kassierte in den letzten drei Partien sieben Gegentore. Die Abwehr um Marco Curto wirkt angeschlagen, Rechtsverteidiger Ivan Smolčić ist gelbgesperrt. Fàbregas droht eine Umstellung auf Dreierkette. Das würde seine Außenbahn offenlegen – genau die Zone, in der Inter mit Dumfries und Dimarco Tempo macht.

Termindichte und derby-fieber: die nebenkriegsschauplätze

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Für Inter geht es Schlag auf Schlag. Drei Tage nach der Partie am Lago gastiert die Mannschaft im San Siro gegen den AC Milan – 180 Minuten, die über Titel und Moral entscheiden könnten. Inzaghi muss Balancing betreiben: zu viel Kraft lassen, riskiert er den Pokal; zu viel schonen, verschenkt er Liga-Punkte. Die Rotation wird eng. Der Coach testete zuletzt im Training ein Mittelfeld mit Asllani-Doppel-Sechs und Barella als „free eight“. Das soll Druck erzeugen und gleichzeitig die Beine schonen.

Como hingegen kann frei aufspielen. Der Klub aus der Provinz ist seit 21 Jahren nicht mehr so nah am großen Finale. Die Stadtverwaltung erwartet 4.000 Fans aus Mailand, die Polizei sperrt die Uferpromenade. Für vige Larianer ist das Spiel schon jetzt „das größte Fest seit der Meile von 1984“, wie Bürgermeister Mario Landriscina sagt. Der Gewinner zieht ins Finale ein, Verlierer träumt weiter. Einfacher wird es nicht.

Wer zieht den kopf aus der schlinge?

Inter ist Favorit, doch der Pokal liebt den Außenseiter. Die Statistik spricht für die Nerazzurri, das Momentum für Como. Die Wetterlage: 6 Grad, leichter Regen, ein rutschiger Rasen – ideale Bedingungen für Überraschungen. Wenn Arnautović früh trifft, könnte der Bogen zu platzen. Bleibt die Partie lange offen, wächst die Ungeduld der Favoriten. Die erste Halbminute wird zeigen, ob Fàbregas’ Plan aufgeht. Die letzte Minute, ob Inter wieder ein Stück Geschichte schreibt.

Am Ende zählt nur ein Ergebnis. Und das steht am 3. März um 22:45 Uhr fest. Rückspiel Anfang April. Der Pokal wartet am Lago. Wer trinkt zuerst?