Conte wirft hin: napoli sucht neuen chef – sarri, allegri oder der spanier iraola?
Antonio Conte ist weg. Der 54-Jährige bestätigte gestern Abend, dass er sich vor vier Wochen bereits bei Präsident Aurelio De Laurentiis abgemeldet hat. „Ich spürte, dass meine Zeit hier zu Ende geht“, sagte er dem Radiosender Radio Kiss Kiss. Der Klub antwortete mit einem knappen „Grazie, míster“ auf Instagram – und schon ist das Napoli-Kapitel Conte Geschichte.
Ein scudetto, 157 tore und ein ausgebrannter coach
Conte hinterlässt zwei Saisons, 91 Pflichtspiele, 54 Siege, 19 Remis, 157 Treffer – und einen Titel, der in Neapel seit 33 Jahren auf sich warten ließ. „Ich dachte, ich könnte den Gewinn des Meisterschafts mehr genießen, aber die beiden Jahre haben mich ausgelaugt“, gestand er. Die Parallele zu Maradona zog er selbst: „Wir haben etwas Historisches erreicht, wie einst in seiner Ära.“ Doch statt zu feiern, packt er die Koffer. Sein Körper war schon in der Rückrunde kaum noch bei Sache: nach Spielen musste er sich häufiger auf die Pressekonferenz stützen, als wäre das Mikro ein Krückstock.
Der Coach schwankt zwischen Sabbatjahr und Nationalmannschaft. „Italien? Nur Worte“, wischte er Spekulationen beiseite. Während die Federazione noch mit Spalletti plant, könnte ein EM-Desaster alles über den Haufen werfen. Conte wartet ab – und lässt die Klubs zappeln.

De laurentiis' pokerspiel beginnt
Wer übernimmt? Maurizio Sarri war lange Favorit, doch der Lotse unterschrieb gestern bei Atalanta. Nun rückt Massimiliano Allegri in den Fokus. Der Juve-Coach hat bei Milan noch Vertrag, doch das Scheitern der Champions-League-Qualifikation könnte eine Ablöse erleichtern. Sportdirektor Giovanni Manna kennt ihn aus gemeinsamen Turin-Jahren – ein Sechser im Lotto für De Laurentiis.
Parallel lanciert der Präsident italienische Medien mit Alternativen: Vincenzo Italiano trifft diese Woche Bologna-Boss Saputo, um seine Ausstiegsklausel zu prüfen. Noch interessanter: Andoni Iraola. Der Basken-Taktiker steht bei Bournemouth vor Ablösungsfreiheit, spricht fließend Englisch und Spanisch – und gilt als Druck-Press-Spezialist. Die Gazzetta dello Sport schreibt von „fortgeschrittenen Gesprächen“. Ein spanischer Trainer in Neapel? Das wäre ein De Laurentiis-Typ-Move: spektakulär, unerwartet, medienwirksam.
Der Präsident selbst gibt sich gelassen: „Wir haben 30 Profis, nur wenige Neuzugänge nötig.“ Die Botschaft: Kein Trainer soll sich erpressen lassen. Doch wer auch immer unterschreibt, erbt eine komplette Meister-Mannschaft – und den Druck, sie wieder auf Kurs zu bringen. In Neapel tickt schon die nächste Uhr.
