Conte winkt italien: der alte maestro kehrt zurück?
Rom – Die italienischeFußball-Nationalmannschaft steht am Scheideweg. Nach dem verpassten WM-Ticket und dem Rücktritt von Gennaro Gattuso sucht der italienische Verband fieberhaft nach einem neuen Trainer. Und ein Name taucht immer wieder auf: Antonio conte. Der frühere italienische Nationalcoach und aktuelle SSC Neapel-Trainer deutete am Montagabend nach dem 1:0-Sieg gegen Milan an, dass er sich eine Rückkehr vorstellen könnte – und das trotz eines langfristigen Vertrags in Neapel.

Ein trainer mit vergangenheit und zukunftsperspektiven
conte, der von 2014 bis 2016 bereits die Nationalmannschaft betreute und Italien bei der EM 2016 ins Viertelfinale führte, äußerste sich in einem Interview nach dem Derby del Sole. Sein Kommentar, „Wenn ich der italienische Präsident wäre, würde ich mich auch fragen“, wirkte wie ein Wink mit dem Zaunpfahl. Er betonte, die Situation sei ihm bekannt und er sei bereit, sich mit dem Verbandspräsidenten zu treffen – obwohl er einen Vertrag bis Sommer 2027 in Neapel besitzt. Das deutet auf eine mögliche Klausel oder eine Bereitschaft zu Verhandlungen hin.
Die erneute WM-Pleite, diesmal gegen Bosnien, hat in Italien für seismische Erschütterungen gesorgt. Der Verband steht unter enormem Druck, und die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Gattuso wird zur Chefsache. conte scheint der ideale Kandidat zu sein: Er kennt das Umfeld, er hat bereits bewiesen, dass er italienische Mannschaften zum Erfolg führen kann – und er ist ein Mann, der keine Angst vor schwierigen Entscheidungen hat.
Doch es gibt auch Hürden. conte forderte bereits in seiner vorherigen Amtszeit mehr Unterstützung vom Verband. „Damals habe ich nur wenig Unterstützung erhalten“, so conte. „Jetzt muss sich vieles ändern. Wichtig ist, dass es Menschen gibt, die die Situation verstehen und bereit sind, zu handeln.“ Er sieht Potenzial in der Mannschaft, betont aber, dass Veränderungen notwendig sind, um das Ruder herumzureißen.
Die Frage ist nun, ob der Verband bereit ist, Conte die Freiheit zu geben, die er benötigt, und ob er die finanziellen Mittel bereitstellt, um die Mannschaft zu verstärken. Die Serie-A-Tabelle zeigt, dass Neapel derzeit Zweiter ist, aber die Frage ist, ob Conte langfristig dort bleiben will, wenn die Nationalmannschaft ihn ruft.
Conte hat das Feuer und die Erfahrung, um Italien wieder zu alter Stärke zu verhelfen. Ob er tatsächlich zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Eins ist jedoch sicher: Der italienische Fußball braucht jetzt einen starken Anführer – und Antonio Conte könnte genau der Mann sein, der die Squadra Azzurra wieder auf Kurs bringt. Die nächste Entscheidung wird entscheidend sein für die Zukunft des italienischen Fußballs.
