Como verbrennt 132 millionen: hartonos mega-imperium jagt europacup-platz
132 Millionen Euro Verlust in einer einzigen Saison – das ist kein Fehlbetrag, sondern die Startgebühr für einen Fußball-Traum am Lago di Como. Die indonesischen Milliardäre Hartono haben um den FC Como ein ganzes Universum gespannt, das weit über Grün und Rasen hinausreicht. Und genau darin steckt die Rechnung.
Die echte lücke liegt nicht im kader, sondern in der holding
Wer nur auf das klassische Club-Budget schaut, sieht 105 Millionen Euro Minus. Doch der konsolidierte Geschäftsbericht von Sent Entertainment Italy, veröffentlicht für die UEFA-Lizenz, addiert Academy, Immobilien, Fan-Shops und Reiseagentur – und katapultiert das Loch auf 132 Millionen. Die Botschaft: Como ist kein Traditionsklub, sondern eine Start-up-Plattform, die gerade ihre Infrastruktur aufstellt.
Die Zahlen sind brutal: 390 Millionen Euro haben die Hartonos bisher in die britische Mutterholding gepumpt. Die Gehaltslast wächst von 86 auf 94 Millionen, weil auch Retail- und Digital-Teams auf der Lohnliste stehen. Die Gesamtkosten klettern von 156 auf 190 Millionen – alles ohne Bankkredit, denn das Eigenkapital der Familie füllt jede Lücke.

Uefa-tür offen, aber die uhr tickt
Como darf in der Europa-League maximal 60 Millionen Verlust über drei Jahre einkalkulieren. Präsident Suwarso rechnet vor: „Wir liegen 75 Millionen darunter, weil wir als Aufsteiger nach 21 Jahren Abstinenz Sonderregeln nutzen.“ Der Plan: in zwei, maximal drei Jahren die Einnahmen so sehr hochschrauben, dass der Break-even greift. Dafür muss der Merchandising-Anteil von jetzt sieben Millionen mindestens verdreifachen.
Die Sportwelt schaut gebannt. Kein Klub Europas hat jemals innerhalb von 24 Monaten den Sprung aus der Serie C in europäische Wettbewerbe gewagt und dabei ein ganzes Ökosystem aufgezogen. Wenn das Experiment glückt, schreiben die Hartonos Lehrbuchgeschichte. Wenn nicht, bleibt ein Loch von einer Viertelmilliarde – ohne Ranglistenniederlage, aber mit Bilanzblutung.
Der FC Como spielt am Wochenende gegen Atalanta – ein Sieg würde die Europa-Plätze fest im Visier halten. Die echten Gegner stehen aber nicht auf dem Platz, sondern im Excel-Sheet. Dort entscheidet sich, ob das Projekt jemals schwarze Zahlen sieht.
