Como bereitet bombonera-atmosphäre vor: diao zurück, kader-kopfball bis zur letzten minute
Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt – Como. Der Stadio Sinigaglia kocht schon vor dem Anpfiff. Ausverkauft, 10.800 Stimmen, eine Welle aus Blau, die sich an die berühmte Bombonera erinnert – Cesc Fàbregas liebt dieses Bild. „Ich sehe keine Mannschaft, die so spielt wie wir“, sagte er nach dem 2:0 gegen Cagliari, und genau diese Selbstüberzeugung will er gegen die Roma in die Waagschale werfen. Die Champions-League-Plätze rücken näher, das Stadion droht zu explodieren.
Diao heißt die joker-karte
Am Montagmorgen stand M‘Baye Niang noch im Leistungszentrum, am Dienstagabend war er wieder im Kader. Der Senegalese, seit Wochen mit Muskelproblemen außer Gefecht, soll per Twitter-Video seine Sprintwerte bewiesen haben. Fàbregas lässt sich Zeit mit der Startelf, doch der Plan ist klar: Vojvoda beginnt rechts, Baturina links – und Diao kommt, wenn die Roma müde wird. 60 Minuten hat er in den Beinen, sagt der Coach, mehr nicht. Genug, um Pisilli oder Cristante in Bedrängnis zu bringen.
Die 2:0-Sensation vom Vorjahr steht Pate. Gabrielloni und Paz trafen in der Nachspielzeit, Ranieri schaute damals noch auf der gegnerischen Bank. Heute ist es Gasperini, der die Lautstärke im Nacken spürt. Como will die Big-Nummer wiederholen, diesmal mit dem zweithöchsten Ballbesitzwert der Liga (58 %) und der jüngsten Abwehr (Durchschnittsalter 24,3).

Roma baut malen-bunker und spielt poker mit pisilli
Gasperinis Kopf raucht. Ndicka fehlt gesperrt, Koné gab sich nach dem Muskelbündelriss optimistisch, doch der Franzose absolviert heute Vormittag den entscheidenden Belastungstest. Fällt er aus, rückt Cristante in die Zehn, Pellegrini wandert links, Pisilli behält den Platz – zumindest in der Theorie. Die zweite Option: Vaz neben Malen, Pisilli raus, Roma mit zwei Spitzen. Die Variante testete der Coach bereits in der Europa-League-Partie gegen Bologna, 3:1-Zwischenstand, 4:2-Endstand. Malen bekam mehr Räume, Vaz zeigte Pressing-Intensität. Die Daten: In 214 Minuten gemeinsam erzielte das Duo vier Tore, drei davon nach Ballgewinn im gegnerischen Drittel.
Hinten rutscht Mancini in die Mitte, Hermoso übernimmt links die Paz-Jagd, Ghilardi startet rechts. Ziolkowski lauert als Notnagel, doch der Trainer schwört auf Erfahrung. „Wir wollen nicht nur verteidigen, wir wollen das Tempo diktieren“, sagte Gasperini nach dem 2:0 gegen Monza. Gelingt das, bleibt Roma vorzeitig in der Champions-League-Zone. Scheitert das, droht ein offener Schlagabtausch – und genau darauf haben Como gewartet.
Kick-off 21.00 Uhr, 13 Grad, leicht bewölkt. Die Bombonera steht bereit, Diao trägt seine persönliche Rally-Kappe. Wer zuerst schreit, bestimmt den Rhythmus. Wer zuletzt jubelt, schreibt die Geschichte neu.
