Como ballert mit paz und douvikas richtung champions league
21 Tore, zwei Kulturen, ein Ziel: Der FC Como hat als einziger Serie-B-Klub zwei Spieler in der Doppelpack-Zone – und deshalb ernsthaft Kurs auf die Königsklasse.
Nico paz und tasos douvikas: como’s doppelader aus fantasie und killerinstinkt
Der Argentinier zaubert, der Grieche nagelt. Zehn Mal traf Nico Paz, elf Mal Anastasios Douvikas. Paz eröffnete Räume mit Hacke und Außenrist, Douvikas schloss sie mit Kopf und Knie. Das Ergebnis: Como auf Relegationsrang zwei, drei Spieltage vor Schluss nur zwei Punkte hinter dem automatischen Aufstiegsplatz.
Die letzte Como-Mannschaft, die zwei Spieler mit zweistelligem Toranteil hatte, trug noch Lederstiefel: 1951/52 erzielten Giuseppe Baldini (13) und Renato Cattaneo (11) ihre Treffer – in der Serie A. Die aktuelle Generation holte sich die Statistik also zurück in den Norden Mailands, nur dass das Stadion mittlerweile Stadio Sinigaglia heißt und vor 75 Jahren noch nach einem Unternehmer für Seifenfabriken benannt war.

Heimfluch und auswärtsglanz: paz’ seltsame reise
Seit Oktober keine Heimtor mehr? Stimmt. Paz’ letztes Tor vor eigenem Publikum datiert auf den 19. Oktober gegen Juve U23. Danach 154 Tage drought im eigenen Wohnzimmer. Dafür schlug er auswärts zu: in Parma, in Cosenza, in Brescia – und zuletzt beim 3:1-Sieg in San Siro gegen Mailand, wo er Mike Maignan mit einem getimten Schlenzer bloßstellte. Die Statistik lügt nicht: Vier seiner ersten fünf Saisontore fielen daheim, die restlichen sechs alle fernab des Comer Sees.
Nach dem Schlusspfiff gegen Pisa sprach Paz mit rauer Stimme, aber klarer Botschaft: „Ich genieße jede Minute. Die Fans singen, der Trainer gibt mir Freiheiten, meine Familie ist happy. Warum sollte ich woanders hingehen?“ Dabei weiß jeder in der Region Lombardei, dass Real Madrid eine Rückkaufoption bis Sommer 2028 besitzt. Der Klub, der ihn großzog, könnte ihn zurückholen, bevor er richtig durchstartet. Doch je länger Paz trifft, desto teurer wird der Transfer für die Königlichen.

Douvikas: der ruhepol, der nicht ruht
Während Paz für Aufmerksamkeit sorgt, arbeitet Douvikas im Verborgenen. Acht seiner elf Tore erzielte er im Sinigaglia, dazu zwei Vorlagen nach Standards. Der 25-Jährige kam im Sommer von Utrecht, spricht gebrochen Italienisch, aber die Sprache des 16ers beherrscht er fließend. Como-Coach Cesc Fàbregas nutzt ihn als feste Anlaufstation, Paz als flexibles Zehner-Phantom. Das Duo traf in denselben Spielen dreimal – jeweils endeten die Partien mit drei Punkten.
Die Tabelle liefert das Argument: Como kassierte in Spielen mit Torbeteiligung beider Stürmer nur 0,8 Gegentore pro Partie, ohne sie 1,4. Ein Unterschied, der am Ende der Saison über Aufstieg oder Playoff-Platz entscheiden könnte.

Champions-league-träume statt madrid-gerüchte
Real Madrid beobachtet, das weiß Paz. Aber er weiß auch: Spielzeit ist noch bis Mai, und Como spielt weiter wie eine Mannschaft, die den Glauben zurückgeholt hat. Die Fans skandieren bereits „Nico quédate“, während Douvikas nach jedem Tor zum Kurvenlauf ansetzt. Wenn der FC Como tatsächlich die Relegation schafft, winken mindestens 30 Millionen Euro allein durch TV-Prämien – genug, um selbst Madrid zu sagen: Wir behalten unseren Jungen.
Die Saison ist noch nicht gespielt, aber die Zahlen sind laut: 21 Tore, neun Assists, zwei Spieler, die Como endlich wieder in die europäische Fußball-Landschaft katapultieren könnten. Paz und Douvikas – ein Paar, das die alte Statistik von 1951/52 nicht nur einholte, sondern überholen will. Und wenn der Juni kommt, entscheidet vielleicht nicht Madrid, sondern der Tisch in der Via Mentana, ob Paz bleibt. Die Tore hat er schon geschossen, die Songs der Fans sind längst eingespielt. Es wäre das erste Mal seit 73 Jahren, dass Como wieder internationale Luft schnupft. Die Doppelpack-Show geht in die Verlängerung – und der Ball liegt mittlerweile bei den Spielern, nicht bei den Ablöseklauseln.
