Víctor cea entfacht den real madrid c und jagt den klassenerhalt

Erst Abstiegsangst, jetzt Aufstiegsstimmung: Real Madrid C hat sich in drei Spielen vom Tabellenende bis an die Rettungszone herangekämpft. Kein anderer Klub in der Segunda Federación Gruppe 5 sammelte an den letzten drei Spieltagen neune Punkte – nicht einmal Spitzenreiter Rayo Vallecano.

Víctor cea fand den schalter, den alle suchten

Der Wechsel auf der Trainerbank Mitte Januar war ein Schritt ins Risiko. Víctor Cea übernahm ein Team, das sich in der 15. Runde noch auf Rang 18 wiederfand und fünf Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz lag. Die Reserve des Rekordmeisters wirkte ideenlos, zehn Partien ohne Sieg nagten am Selbstvertrauen. Cea stellte um auf ein 4-2-3-1 mit hoher Balleroberung und setzte die U-19-Stars Sotres, David Jiménez und Manu Redondo ins Zentrum.

Die Zahle liefern den Beweis: 2,3 Tore pro Spiel vor der Pause, danach 0,7. Die Defensive kassierte in den letzten 270 Minuten nur einen Gegentreffer – und der war ein Eigentor. „Wir haben endlich wieder eine Startelf, die sich gegenseitig abfeiert“, sagte Cea nach dem 1:0 gegen Rayo Vallecano B, das Sotres in der 78. Minute mit einem strammen Linksschuss erzielte.

Vom abstiegskandidaten zum angstgegner

Vom abstiegskandidaten zum angstgegner

Die Talfahrt schien unstopbar. Nach der 0:2-Niederlage bei Alcalá am 25. Spieltag betrug der Rückstand auf das rettende Ufer 11 Punkte. Die Spieler verließen unter Protest das Trainingsgelände, Fans forderten den Rücktritt des Sportdirektors. Drei Wochen später steht Madrid C auf Platz 14 und blickt nur noch zwei Zähler Richtung Rettung – genauer: auf den CF Fuenlabrada, den nächsten Gegner am Sonntag.

Die Psycho-Trickkiste des Trainers funktioniert. Cea ließ die Mannschaft vor jedem Spiel ein kurzes Video der eigenen Jugendtage sehen – „damit sie sich erinnern, warum sie überhaupt kickten“. Die Belastungssteuerung kommt von Datenanalyst Mario Vidal, der die Sprintdistanz pro Training um 18 Prozent reduzierte und dafür Spielformen mit 30 Sekunden Vollgas einbaute. Ergebnis: keine Muskelverletzung seit fünf Wochen.

Die letzte hürde heißt fuenlabrada

Die letzte hürde heißt fuenlabrada

Sechs Partien bleiben, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. Das Restprogramm wirkt machbar: drei Heimspiele, zwei Gegner aus den unteren Tabellenregionen. Die Mannschaft reiste trotzdem schon vorzeitig ins Trainingslager nach Navacerrada, um sich auf Höhenluft vorzubereiten. Präsident Florentino Pérez ließ derweil durchblicken, dass bei erfolgreicher Rettung weitere Budgetmittel für den Kader bereitstünden – ein klares Signal an Talente, die zögernd an eine Ausleihe dachten.

Die Fans haben den Glauben zurück. 3.400 Zuschauer gegen Rayo B – Saisonrekord in der Grupo 5. Die Kurve skandierte Ceas Namen, als die Mannschaft nach dem Schlusspfiff vor der Nordtribüne stand. Der Trainer selbst blieb cool: „Wir haben nichts erreicht, nur die Chance wiederhergestellt.“ Die nächste Chance kommt am Sonntag. Werden sie nutzen, steht Madrid C erstmals seit Oktober wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Ein Gedanke, der vor drei Wochen noch wie Spott klang.